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GRIMMSTEIN Teil 9 (Kapitel 30-33)

Kriminalroman

von Joost Renders (Autor)

2016 30 Seiten

Leseprobe

 

Prolog

Die derzeit lizenzlose Rechtsanwältin Manuela Ferdinand hat es mit Hilfe ihres alten Rechtsprofessors geschafft, Gaston Krott wieder freizukriegen. Auf der Fahrt in das Sozialberatungsbüro stellt Gaston, der endlich seine Sachen zurückbekommen hat, fest, dass er in Abwesenheit mehrere Anrufe einer unbekannten Nummer bekommen hat. Manuela Ferdinand, deren Zauber mal wieder größte Auswirkungen auf Gaston hat, rät ihm aber, dass er diese Nummer erst im Büro überprüfen lassen soll und erzählt ihm dann, dass sie beruflich mit Arisztid Olt zu tun, aber auf seine Impertinenz keine Lust hatte und so den Fall abgegeben hat.

Chefinspektor Bschließmayr ist zu spät gekommen. Fassungslos muss er feststellen, dass Gaston Krott freigelassen wurde. Nicht, dass er das für nicht rechtens hält, aber er ist sich sicher, dass Gaston Krott sich jetzt in großer Gefahr befindet, eben weil er den Mann mit den schiefen Zähnen identifizieren könnte. Zu allem Überfluss trifft er auch noch auf Oberinspektor Szluderpacheru, der äußerst verärgert darüber ist, dass ihn Bschließmayr während des Verhörs mit Gaston Krott gemaßregelt hat. Er droht seinem Vorgesetzten, er solle ja die Finger von dem Fall lassen und ihm nicht mehr dazwischenfunken, sonst könnte er gewisse Strichjungen veranlassen, auszupacken. Bschließmayr ist ob dieser Dreistigkeit entsetzt, ihm wird schlecht und er bricht mitten im Polizeipräsidium zusammen.

In Manuela Ferdinands Büro im Theater kann Mandy Glücksvatter die unbekannte Telefonnummer auf Gastons Handy noch nicht identifizieren, aber Freibier hat den Underground-Aktivisten Toffmann erreicht. Der will den Kontakt zum untergetauchten Arisztid Olt herstellen. Gaston macht sich mit Freibier und Mandy auf den Weg zu Toffmann. Vor dem Theater treffen sie auf den Theaterleiter Anton Plovkip, was Gaston fast in Panik flüchten lässt. Freibier wundert sich, was die beiden wohl für ein Ding miteinander laufen haben, aber Gaston will sich dazu nicht äußern.

Nachdem Bschließmayr von Vincent M’Pese versorgt und für ein paar Tage krankgeschrieben wurde, erwartet ihn zu Hause eine interessante Nachricht auf seinem privaten Anrufbeantworter. Ein Strichjunge, der von seinem Kollaps gehört hat, lädt ihn ein, zu ihm zu kommen. Dem Chefinspektor ist sofort klar, dass er sowohl von seinen aktuellen Fällen abgelenkt werden soll, als dass es auch eine undichte Stelle im Präsidium geben muss, der Kollaps ist gerade erst geschehen. In der Hoffnung, dass es Szluderpacheru ist, fährt er zu dem Strichjungen, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Toffmann leistet auf seine seltsame und paranoide Art ganze Arbeit, Arisztid Olt hält sich im Hotel Katmandu versteckt und erwartet sie in einer Stunde. Auf der Fahrt in dieses riesige Hotel bekommt Gaston einen Anruf von Fiona Gronacher, die er eigentlich in ihrem Theater wähnt. Sie erzählt ihm, dass sie von Szluderpacheru eingekerkert wurde, aber sonst sei ihr Jagdinstinkt geweckt und sie müsse unbedingt dabei sein, wenn der Mann mit dem kalten Arsch gestellt wird.

Bschließmayr nimmt den Strichjungen so sehr in die Mangel, dass der ihm gesteht, wer ihm vom Kollaps erzählt hat. Zu Bschließmayrs Überraschung ist es nicht Szluderpacheru, sondern Lerninspektor Kimmel, angeblich ebenfalls Kunde bei diesem Strichjungen. Bschließmayr kann das nicht so recht glauben und vermutet eine Intrige Szluderpacherus. Er versucht, Kimmel zu erreichen.

Nachdem sie im Hotelfoyer des Katmandus von einer enthusiastischen Fiona empfangen werden, suchen Gaston und Freibier das Hotelzimmer auf, in dem Arisztid Olt sie erwartet. Anstelle von Olt finden sie dort aber nur Lerninspektor Kimmel und der ist mausetot.

30

Bschließmayr hatte es nicht lassen können. Er hatte sich ein Taxi genommen und war so schnell der Taxifahrer Gas geben konnte ins Präsidium gefahren.

Hier lief etwas gewaltig falsch!

In seiner ‚Abteilung Entleibung‘ war nur die diensthabende Beamtin, mit der er vorhin telefoniert hatte an ihrem Platz. Die anderen Kollegen waren sonst wo. Die Beamtin hatte am Telefon nicht herausfinden können, wo Lerninspektor Kimmel gerade auf Einsatz war und wo Oberinspektor Szluderpacheru sich im Augenblick aufhielt, wollte Bschließmayr gar nicht wissen. Das hieß, er wollte es eigentlich schon wissen, legte aber nicht den geringsten Wert auf eine Begegnung mit diesem Kollegen.

Frau Heidkrüger, so hieß die diensthabende Beamtin, eine so eitel wie eiskalt wirkende Blondine um die fünfzig, war alles andere erfreut, dass der Chef persönlich ihre ruhige Innendienst-Abendschicht mit seiner Anwesenheit schmückte. Obwohl der eigentlich krankgeschrieben war!

„Das kann doch nicht sein“, schimpfte Bschließmayr, „dass Sie keine Ahnung haben, auf welchem Einsatz sich die Kollegen gerade befinden!“

Frau Heidkrüger zuckte mit den Schultern.

„Sie werden sich schon noch melden!“, schnarrte sie und wandte sich ihrem Bildschirm zu.

Bschließmayr musste sich kurz umsehen, dann wusste er wieder, an welchem Schreibtisch der Lerninspektor Kimmel saß. Auch wenn es heutzutage die mannigfaltigsten Kommunikationsmittel gab, so waren es doch immer wieder die alten Tricks, die einen am weitesten nach vorne brachten.

Bschließmayr griff sich dem Hörer von Kimmels Bürotelefon und drückte auf die Wahlwiederholung. Bschließmayr wartete und beobachtete Frau Heidkrüger. Was ihn am meisten zur Weißglut brachte, war die Tatsache, dass sie sich anscheinend überhaupt nicht dafür interessierte, was in dieser Abteilung vor sich ging.

Schließlich meldete sich eine weibliche Stimme am anderen Ende.

„Grandhotel Katmandu, Rezeption.“

Bschließmayr legte sofort auf und sah Frau Heidkrüger an.

„Alles klar!“, sagte er im herrischen Tonfall. „Ich weiß, wo er ist und Sie fahren mich jetzt da hin, Frau Heidkrüger!“

„Aber Sie sind krankgeschrieben!“

„Das ist mir egal, Frau Heidkrüger! Und Ihnen sollte das auch egal sein, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz behalten wollen.“

 

Entsetzt standen Gaston, Fiona und Freibier um Kimmels Leiche herum. Sie hatten das Licht wieder ausgemacht, um kein Aufsehen zu erregen. Ganz dunkel war es nicht, das diffuse Licht sorgte für eine geheimnisvolle Stimmung.
Kaum einer von ihnen hatte ein Wort gesagt, aber sie waren sich darüber klar, dass sie diesen Ort am besten so schnell wie möglich wieder verlassen sollten.

„Freibier!“, rief plötzlich eine Stimme. Sie drehten sich um. Arisztid Olt stand, immer noch mit Fünftagebart, in der Tür. Aus dem Hotelflur fiel etwas Licht auf ihn. In der Hand hielt er einen Revolver.

„Sztidi!“, zischte Freibier.

„Was machst du denn hier?“, fragte der Neuankömmling.

„Du hast doch mit Toffmann konferiert“, antwortete Freibier lapidar.

„Ach ja …“, entfuhr es Olt. „Ihr wart das? Das war bevor dieser Typ aufkreuzte.“
Gaston zeigte auf Kimmels Leiche am Boden.

„Der da?“

„Ja“, antwortete Olt knapp. „Plötzlich stand der da.“
„Das ist ein Bulle!“, sagte Gaston.

„Was?“, rief Olt panisch.

„Lerninspektor Kimmel.“

„Auch das noch …“, stöhnte Olt.

„Hast du ihn erschossen?“, fragte Fiona.

„Äh … versehentlich“, stammelte Olt, „das war ein Versehen, das wollte ich doch nicht!“

„Aber du hast eine Waffe, Baby!“, schnurrte Fiona mit süffisantem Lächeln.

„Was will die Alte?“, fragte Olt halb verwirrt, halb zornig.

„Ist das deine Waffe?“, fragte Gaston.

„Nein. Die gehört mir nicht.“
„Woher hast du sie?“
Olt nickte zu Kimmels Leiche. „Der wollte mich erschießen. Beim Gerangel ging das Ding dann los und dann hab ich es mir genommen.“

„Na, ob das mal stimmt“, bemerkte Gaston.
„Glaub doch, was du willst!“, zischte Olt. „Wir müssen hier verschwinden und zwar ganz schnell!“

„Wo sollen wir denn hin?“, fragte Freibier.

„Ist euch jemand gefolgt?“, fragte Olt in gehetztem Tonfall.
„Keine Ahnung“, brummte Freibier lapidar.

„Scheiße!“

Olt sah sich um, er wirkte ziemlich panisch. Schließlich drehte er sich um, eilte davon und verschwand im Hotelflur.

Gaston nickte Freibier und Fiona zu und sie beeilten sich hinterherzukommen. Auf dem Hotelflur sahen sie Olt sofort, er eilte Richtung Aufzug. Freibier und Fiona rannten ihm nach, Gaston hinkte hinterher.

Kurz vor dem Lift hatten Freibier und Fiona ihn eingeholt. Im gleichen Moment hielt ein Fahrstuhl. Alle sahen es, auch Gaston, der sie inzwischen auch eingeholt hatte.

Olt nickte den dreien zu und deutete ins Treppenhaus, dessen Tür neben den Fahrstühlen lag, zu entschwinden. Anscheinend war das, was da aus dem Fahrstuhl zu kommen drohte schlimmer für ihn, als die drei Hobbydetektive, also entschied er sich wohl für die weniger üble Variante.

Schnell verschwanden sie hinter der Glastür, die ins Treppenhaus führte. Im selben Augenblick öffnete sich die Fahrstuhltür und drei Männer kamen heraus. Die vier hofften, dass die Männer sich nicht umdrehten und sie sahen. Auf der anderen Seite konnten sie so die Männer nur von hinten sehen und keinen erkennen.

Leise zogen sich Gaston, Fiona, Freibier und Olt ins Innere des Treppenhauses zurück und gingen eine halbe Treppe nach unten.

„Kennst du diese Typen?“, fragte Gaston Olt.

„Ja, die sind hinter mir her.“

„Wegen dem Umschlag, was?“

„Da war ein Foto drin.“
„Kann sein“, antwortete Olt verwirrt.

„Aber du hast doch das Foto bei Charlene vergessen!“
„Was habe ich vergessen?“, fragte Olt verständnislos.

„Hast du Charlene ermordet?“

Details

Seiten
30
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783945298398
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314313
Schlagworte
Kriminalroman Krimi Sex&Crime Crime Humor Humorvoller Krimi Polizei Grimmstein Serie Detektiv Privatdetektiv

Autor

  • Joost Renders (Autor)

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