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GRIMMSTEIN Teil 10 (Kapitel 34-36)

Kriminalroman

von Joost Renders (Autor)

2016 30 Seiten

Leseprobe

 

Prolog

Chefinspektor Bschließmayr ist völlig klar, dass in seiner Abteilung etwas gewaltig schiefgelaufen sein muss. Er stellt fest, dass der verschwundene Lerninspektor Kimmel zuletzt im Hotel Katmandu angerufen hat und nötigt trotz Krankschreibung die penible Innendienstmitarbeiterin Heidkrüger, ihn dorthin zu fahren.

Gaston Krott, Fiona Gronacher und Freibier haben im Katmandu gerade den Schreck überwunden, Lerninspektor Kimmels Leiche gefunden zu haben, als ihre Zielperson Arisztid Olt plötzlich in der Türe steht. Er erzählt, dass er von Kimmel angegriffen wurde und in dem Gerangel hätte sich aus Kimmels Waffe dann der tödliche Schuss gelöst. Aber jetzt müssten sie schnellstens abhauen. Als sie merken, dass sie von drei Männern verfolgt werden, gelingt es ihnen, ins Treppenhaus zu fliehen. Dort fragen sie den panisch wirkenden Olt, ob er Charlene umgebracht hat. Hat er nicht, beteuert er, vermutet aber, dass es wegen des Fotos in dem Umschlag geschehen sei, das er bei ihr liegengelassen hat. Die Leute, die da hinter ihnen her sind, wollen aller existierenden Fotos habhaft werden, aber Olt behauptet, alles unter Kontrolle zu haben. Gaston ist sich seiner Einschätzung ziemlich sicher, dass dieser Arisztid Olt ein Vollidiot ist, der sich arg verhoben hat. Schließlich zeigt Olt das Foto, von dem er ein Exemplar mit sich führt. Es zeigt Polizei-Vize Brunszlap und Natascha Kappelhoff, bevor diese überhaupt nach Grimmstein kam, beim Techtelmechtel. Sie scheinen also ein schon länger dauerndes Verhältnis zu haben. Diese Geschichte interessiert Gaston allerdings weniger, er kann nicht fassen, dass Charlene, der dicke Polizist und sicher auch Danilo Schmechel wegen so etwas ihr Leben lassen mussten. Als die Männer wieder auftauchen und diesmal der Mann mit den schiefen Zähnen dabei ist, flieht Olt so schnell er kann. Die anderen sitzen mehr oder weniger in der Falle, aber dank eines Ablenkungsmanövers von Fiona können auch sie fliehen. Am Fahrstuhl trifft Gaston dabei auf zwei Männer, vermutlich Journalisten, die sich gerade per SMS mit Arisztid Olt am Grimmen Stein verabreden. Als der Fahrstuhl kommt, wird es brenzlig. Im Aufzug steht der Mann mit den schiefen Zähnen; Gaston hat Glück, er bemerkt ihn nicht, aber jetzt ist klar, was Krummzahn meinte, als er sagte, er solle die Chance nutzen: Er sollte frei herumlaufen und ihn so unfreiwillig zu Arisztid Olt lotsen, was auch gelungen ist.

Bschließmayr ist sich nicht sicher, ob es Gaston Krott und Fiona Gronacher sind, die in einem Taxi vom Parkplatz des Katmandus verschwinden, aber er hat keine Zeit, darüber nachzudenken, denn es ist gerade eine Schießerei im Hotel gemeldet worden. Es kommt noch dicker, denn es hat einen Toten gegeben: Lerninspektor Kimmel! Niemand weiß, was er in diesem Hotel zu suchen hatte. Schließlich bekommt Bschließmayr das Handy Kimmels, sieht nach und stellt fest, dass er zuletzt länger mit seinem Vorgesetzten Szluderpacheru gesprochen hat. Der allerdings scheint wie vom Erdboden verschluckt.

Nachdem Gaston von Fiona und Freibier ein wenig über den Sturzflug Philip Kappelhoffs aufgeklärt wird, spendiert Fiona ein Taxi, das sie zum Grimmen Stein bringen soll. Während der Fahrt erzählt Fiona zu Gastons Leidwesen seinem Freund Freibier, was das elementare Problem ist, das Gaston mit Freibiers Arbeitgeber Anton Plovkip hat.

Während sie am unteren Plateau des Grimmen Steins angekommen und sich nicht klar sind, wo sich Olt mit den Journalisten treffen will, ob auf dem oberen oder auf dem unteren Plateau, kommt die Antwort im Sturzflug hinuntergeflogen. Es ist Arisztid Olt, der diesen Flug selbstverständlich nicht überlebt hat. Als dann auch noch die Polizei anrückt, sehen die drei zu, dass sie die Biege machen.

Bschließmayr ist derweil am oberen Plateau des Grimmen Steins angekommen und dort ist auch der verschwunden geglaubte Szluderpacheru in Begleitung zweier Journalisten, die dort mit Arisztid Olt verabredet waren. Als allererstes soll Szluderpacheru erklären, warum sein Lerninspektor sterben musste. Szluderpacheru hat eine lapidare Erklärung: Ein schiefgegangener Alleingang, um den Mörder Charlene Swobodas zu stellen.

Die beiden Journalisten berichten, dass sie mit Olt verabredet waren, um Informationen auszutauschen. Doch der wäre nach dem Tod Kimmels von Schuld zerfressen gewesen, nachdem er auch schon unbeabsichtigt Charlene Swoboda getötet hat – und dann einfach vom Fels hinuntergesprungen.

Bschließmayr ist sich klar, dass er von vorne bis hinten belogen wird, er hört nicht auf zu bohren, er will wissen, woher denn Kimmel gewusst haben will, dass Olt der Mörder Charlene Swobodas ist. Szluderpacheru gibt zu verstehen, dass das am nächsten Tag im Bericht stehen wird und verschwindet. Bschließmayr kann gegenüber seinem ehemaligen Schüler nichts anderes als Hass empfinden.

34

„Deine Bude sieht echt scheiße aus“, stellte Fiona schmunzelnd fest, als sie sich bei Tageslicht umguckte. „Du solltest was dagegen tun, aber das ist leichter gesagt als getan, denn die ist ja schon Scheiße konzipiert.“

„Wenn du meinst …“, seufzte Gaston und drehte sich noch mal im Bett um. Und während er hörte, wie Fiona ins Bad ging und eine Dusche nahm, versuchte er zu rekapitulieren, was gestern Abend alles vorgefallen war.

Das Grandhotel Katmandu, der Grimme Stein und der Todessturz des Mannes mit dem kalten Arsch. Dann kam die Polizei und sie hatten sich versteckt, aber noch ein wenig beobachten können, was dort vor sich ging. Das war sogar noch recht gut gegangen. Nur als der allseits beliebte und immer wieder verlangte Oberinspektor Szluderpacheru die Szenerie betreten hatte, hatten Gaston, Fiona und Freibier ganz schnell gesehen, dass sie davonkamen. Irgendwie war es auch keinem groß aufgefallen, dass die drei da die Straße zurück in die Stadt hinunterliefen, obwohl Gaston ja nicht so schnell sein konnte. Aber es war kein weiter Weg und unten angekommen, spendierte Fiona noch mal ein Taxi. Es gab noch ein paar Drinks in der Kneipe gegenüber des Theaters in der Lippauer Allee, aber alle waren platt und müde und da sie mal wieder die letzte Bahn verpasst hatten, ließ Fiona alle guten Dinge drei sein und spendierte ein drittes Mal an dem Abend ein Taxi und sie fuhren in die Schlucht der Nutzlosen. Fiona hatte wohl keine Lust nach Hause zu fahren und dort ‚dem Mann‘ zu begegnen, sie hatte es vorgezogen die Nacht mit Gaston zu verbringen. Seine Wohnung konnte er ja wieder betreten, nachdem sie sich einen anderen als Charlenes Mörder ausgeguckt hatten. Aber der war wohl auch nicht der Richtige, irgendwie hatte die Ploizei dafür kein gutes Händchen. Gaston war das aber für den Augenblick egal. Es war eine schöne Nacht und die war auch verdammt nötig gewesen, nach der ganzen Scheiße, die in den letzten Tagen passiert war. Gaston hatte allerdings doch seine liebe Mühe, die Erinnerung an Charlenes Schicksal wegzudrücken, aber das Leben muste ja weitergehen.

Fiona war aus dem Bad gekommen und hatte den Fernseher angemacht. Mit halbem Ohr hörte Gaston, was da Sache war, irgendeine Morgensendung.

„Guck mal!“, rief sie plötzlich. „Da ist was über die Sache!“

Gaston sah hin und erkannte den einen Mann, der vor dem Fahrstuhl im Katmandu gestanden hatte, als sein Kollege die SMS von Sztidi Olt empfangen hatte.

„Hendrik Orban, Grimmsteinisches Tagblatt“, war als Untertitel zu sehen.

„Siehste!“, sagte Gaston und richtete sich auf. „Doch Journalist!“

Sie hörten zu, was dieser Orban zu sagen hatte. Dass sie eigentlich über eine eventuelle Zusammenarbeit sprechen wollten, aber Olt wegen seinem Mord an Frau Swoboda einen Schuldanfall bekommen hatte und gesprungen war. Mehr sagte er nicht.

„Kein Wort über das Foto!“, sagte Fiona.

„Das wird ihm sicher abgenommen worden sein!“

„Meinst du, vor dem Sprung?“

„Du glaubst doch nicht, dass er freiwillig gesprungen ist!“, ereiferte sich Gaston. „Vielleicht hatte er es ja noch bei sich, als er vor unseren Füßen landete.“

„Wir hätten ihn untersuchen sollen“, knurrte Fiona. „Dann hätten wir jetzt das Foto!“

„Ich weiß nicht, ob das gesund ist!“, erwiderte Gaston.

„Feigling!“, rief Fiona lachend. Gaston lächelte.

„Aber er war niemals Charlenes Mörder!“

„Woher willst du das wissen?“, fragte Fiona. „Der war schon eine ziemlich windige Type.“

„Das sicher“, entgegnete Gaston. „Aber ich glaub nicht, dass er der Mörder war.“

„Diesen Bullen mit den schuppigen Haaren hat er auch erschossen!“
„Das war ein Kampf!“

„Hast du ihm das geglaubt?“

„Ja, habe ich.“

Fiona seufzte. Es klingelte an der Tür.

„Wer kann denn das sein?“, seufzend schälte sich Gaston aus dem Bett und humpelte zur Wohnungstür, wo er durch den Spion sah.
Dass es nur Freibier sein konnte, damit hatte er ja fast gerechnet, aber dass er Manuela Ferdinand und Mandy Glücksvatter dabei hatte, das war dann doch ein wenig zu viel des Guten. Er öffnete die Tür einen Spalt.

„Oh, was für eine Überraschung!“, druckste er verlegen. „Ich muss mich nur kurz anziehen.“
„Alles klar“, erwiderte Mandy mit einem schelmischen Grinsen. „Wir warten.“

 

Gaston hatte sich fast so schnell umgezogen wie ein paar Nächte zuvor, als ihn die Polizei aus dem Bett holte. Das war ihm schon peinlich, dass Manuela Ferdinand ihn hier mit Fiona antraf.

Obwohl, er hatte nichts mit Manuela Ferdinand und wegen Fiona musste er sich nun wirklich nicht schämen!

Jetzt standen sie da, in seiner Einzimmerwohnung, Fiona war ja glücklicherweise schon angezogen, obwohl die Situation eindeutig war. Mandy jedenfalls war das schelmische Grinsen vergangen.

„Wir dachten, wir kommen mal persönlich vorbei!“, raunte Freibier geheimniskrämerisch. „Ist schon 'ne heiße Nachricht.“

„Was denn?“, fragte Gaston misstrauisch, dem schon klar war, dass Freibier diesen Überfall absichtlich eigefädelt hatte, um ihn ein wenig vor Manuela Ferdinand bloßzustellen. Ihm war Gastons Interesse an der Dame sicher nicht entgangen. Die Dame schaute Gaston gerade durchdringend an und Gaston wusste nicht, ob es die Nachricht oder Fiona betraf.

„Die Nummer des Teilnehmers, der Sie gestern ein paarmal vergeblich versucht hat zu erreichen!“

„Ja?“, fragte Gaston und atmete insgeheim auf.

„Es ist ein gewisser Enno Jattrich.“

„Was?“
„Den kennen Sie, oder?“

Details

Seiten
30
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783945298404
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314314
Schlagworte
Kriminalroman Krimi Sex&Crime Crime Humor Humorvoller Krimi Polizei Grimmstein Serie Detektiv Privatdetektiv

Autor

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    Joost Renders (Autor)

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