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Krimi ohne Mord

booksnacks (Kurzgeschichte, Krimi, Humor)

von Thomas Kowa (Autor)

2016 0 Seiten

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Wir möchten dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Vorab möchten wir aber ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

 

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Dein booksnack-Team

booksnacks

Über dieses E-Book

Kommissar Kampens letzter großer Fall. Genaugenommen sein erster großer Fall nach über zwanzig Jahren auf Sylt, denn außer Handtuchdiebstählen passiert hier nun mal nicht viel. Und jetzt – kurz vor seiner Pensionierung – gibt es gleich fünf Tote auf einmal, ausgerechnet in einer Buchhandlung. Die auch noch über ein sehr leckeres Büfett verfügt ...

Impressum

booksnacks

Erstausgabe Mai 2016

Copyright © 2021 booksnacks, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 978-3-96087-006-7

Covergestaltung: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
unter Verwendung eines Motivs von:
fotolia.com: ©Bernd Libbach
Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Unser booksnacks-Verlagsprogramm findest du hier

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»Fünf Tote?« Kommissar Kampen hielt sein Handy näher ans Ohr. »In einer Buchhandlung?«

»Es war während einer Lesung«, antwortete Hilfskommissar Hering. Sein Assistent war wie immer schon vor Ort, während Kampen noch versuchte, den Plan auf Google-Maps mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Er war nervös.

Kein Wunder, auf Sylt hatten sich Mordfälle bisher ausschließlich in irgendwelchen Regionalkrimis ereignet. Mindestens zwanzig Serien gab es, Dünen-Doppelmörder, Watt-Würger und Krabben-Killer inklusive. Doch das hatte alles nichts mit der Realität zu tun, denn die bescherte Kampen nichts als Handtaschen-, Badetaschen- und Apfeltaschen-Diebstähle.

Und jetzt gab es gleich fünf Tote auf einmal? Auf diese Chance hatte Kampen zwanzig Jahre lang gewartet. Endlich konnte er zeigen, was in ihm steckte.

Doch müsste das ausgerechnet heute sein? Seine Füße schrien nach einer Pause, sein Magen nach Abendessen und diverse andere Körperteile nach einem Feierabendbier. »Und wie sind sie gestorben?«, fragte Kampen. »Kollektiver Herzinfarkt, weil das Buch so spannend war?«

»Na ja«, brummelte Hering. »Aquaristik für Buchhalter klingt nicht gerade prickelnd, oder?«

Kommissar Kampen runzelte die Stirn. Lesungen, waren das nicht stinklangweilige Veranstaltungen auf denen jemand unmotiviert ins Mikrofon grummelte, während das Publikum krampfhaft versuchte, den Büroschlaf nachzuholen? »Was ist mit Selbstmord?«, fragte Kampen. »Kommt das in Frage?«

»Unwahrscheinlich«, antwortete Hilfskommissar Hering. »Ihre Pulsadern sind intakt, vom Stuhl ist auch keiner gesprungen, jedenfalls nicht mit einem Seil um den Hals. Und Züge, vor die man sich werfen könnte, fahren für gewöhnlich nicht durch Buchhandlungen. Die fünf sind einfach umgekippt. Einer nach dem anderen.«

Ein paar Minuten später stieg Kampen aus dem Dienstwagen und schaute auf sein Handydisplay. Und dann wieder in die echte Welt. Das Haus vor ihm sah verdächtig nach einer Buchhandlung aus. Er wählte Herings Nummer. »Ich bin jetzt da«, sagte Kampen. »Wo muss ich hin?«

»Direkt in den ersten Stock in die Krimi-Ecke.« Kampen betrat das Gebäude, spitzte die Nase, und lief schnurstracks auf die silbernen Tabletts mit der Vernissageverpflegung zu. Ohne lang nachzudenken, stopfte er eines der rosafarbenen Fischröllchen in seine Essenseingabe. »Sind die fünf Opfer verwandt, verschwägert?«, fragte er.

»Zwei Brüder und drei Schwestern«, antwortete Hering. »Von sechs verschiedenen Vätern.«

»Fünf Kinder von sechs Vätern? Wie geht das denn?««

»Schon mal was von Sandwich gehört?«, fragte Hering.

Kampen nahm noch ein weiteres Fischröllchen. »Das muss aber ein ganz schön großes Sandwich gewesen sein ...«

Hering seufzte. »Betrifft natürlich nur eines der Opfer. Bei ihm läuft eine Vaterschaftsklage, stehen zwei Typen zur Auswahl. Alles völlig normale Verhältnisse.«

»Und alle von ein und derselben Mutter?«

»Hm«, antwortete Hering. »Wenn man mal von der Leihmutter absieht.«

»Leihmutter?«

»Klar«, sagte Hering. »Kennst du das nicht? Ist wie Carsharing, nur mit Schwangerschaften.«

»Klar kenn ich das.« Kampen nahm noch ein Röllchen. Er wartete schon so lange auf einen Mordfall, da kam es auf ein paar Minuten auch nicht mehr an. Die Toten würden bestimmt nicht weglaufen. »Aber warum sollte eine offensichtlich gebärfähige Mutter Carsharing machen?«

»Du meinst Leihmutterschaft«, korrigierte ihn Hilfskommissar Hering.

Kampen hasste das. Immerzu musste Hering beweisen, dass er mehr als eine abgenagte Fischgräte im Kopf hatte. »Sag ich doch«, schob er nach. »Warum hat sie das Kind nicht selbst auf die Welt gebracht?«

»Die Mutter meinte, ihr Becken wär schon dick genug und es könnten ja mal andere den Stress haben. Da hat sie ihre Gärtnerin so lange bearbeitet, bis die sich hat breitschlagen lassen, den Balg auf die Welt zu bringen.«

»Gärtnerin?«, fragte Kampen. »Hat die denn ein Alibi?«

»Nee, aber Erfahrung mit der Aufzucht von Samen.«

»Sehr witzig!« Kampen überlegte, ob er noch etwas anderes probieren sollte, blieb aber den Röllchen treu. »War die Gärtnerin auch auf der Lesung?«

»Indirekt schon«, antwortete Hering. »Sie hat das Buch geschrieben.«

»Aquaristik für Buchhalter?«, fragte Kampen. »Geschrieben von einer Gärtnerin?«

»Sie meint, sie wäre eben auch Wassergärtnerin. Schließlich sind wir hier auf Sylt.«

Autor

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    Thomas Kowa (Autor)

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Titel: Krimi ohne Mord