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Zwischenmenschliches

booksnacks (Kurzgeschichte, Humor)

von Britta Meyer (Autor)

2016 0 Seiten

Leseprobe

Über die Kurzgeschichten

Romantik

Ich war im Wohnzimmer. Mit ihm auf dem Sofa. Er musste mit mir das Finale von Bachelor gucken, obwohl er in 80 Meter Luftlinie Entfernung in seiner Fußballkneipe das Achtelfinale der Champions League hätte gucken können.


Der Kaffee schmeckt nach Lamm

„Ouzo?“ fragte ich. Raki war keiner da, und ich pfiff auf die Authentizität. „Oh ja, bitte.“ Wir tranken unseren großzügig eingeschenkten Ouzo. Der Lammhackgeschmack blieb. „Noch einen?“ „Oh ja, bitte.“ Der Lammhackgeschmack wich immer noch nicht. Nach dem dritten Ouzo schwante mir langsam, woher der Ausdruck HACKendicht kam.


Bin ich Apfelrotkohl?

Ich mag Apfelrotkohl. Da weiß ich, wie der mir schmeckt. Birnenrotkohl ist wieder so ein Experiment. Ein erwartungswidriges Gericht.

Über die Autorin

Britta Meyer_ebookBritta Meyer, Jahrgang 1969, wandelte schon mit ihren ersten Schritten auf den Spuren des Tourismus. Aufgewachsen ist die Autorin im Hochsauerland zwischen Großküche, Zapfhahn und lauter Gästen des elterlichen Hotelbetriebes.

Nun verbringt sie bereits ihr halbes Leben im Rheinland und das gern. Das Reisen ist ihr Thema geblieben, sie leitet ein Reisebüro in der Düsseldorfer Innenstadt und schickt Menschen in fast alle Teile der Welt.
Die Autorin selbst reist ebenfalls gern, auch und vor allem wegen der Eindrücke und Begegnungen, die am Ende meistens in ihre Kurzgeschichten münden. Aurelius Augustinus, der Philosoph und Kirchenvater, hatte Recht:

„Die Welt ist wie ein Buch. Wer nicht reist, liest nur eine Seite davon.“

Impressum

Originalausgabe Juni 2016


Copyright © 2016


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Ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH, Stuttgart


Zwischenmenschliches


ISBN 978-3-96087-033-3


Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.


Titel- und Covergestaltung: Özer Grafik Design

Bildnachweis: jakkapan/fotolia.com

Zwischen-
menschliches



Britta Meyer

Romantik

Ich schreibe heute etwas zum Thema Romantik. Gestern habe ich nämlich das Finale vom Bachelor gesehen, und zwar gemeinsam mit meinem Lebensgefähr... da habe ich schon das erste Problem. Lebensgefährte hört sich nicht sehr romantisch an. Gefährte klingt nach Kumpels, die zusammen den Jakobsweg gehen, immer Seite an Seite. In Gefährte steckt außerdem die Gefahr gleich mit drin. Meine Mutter sagt am Telefon, dass ich meinen LAG, also meinen Lebensabschnittsgefährten, grüßen soll. Sie meint das lustig. LAG hört sich an wie "einer von vielen", das kann man mir wirklich nicht unterstellen. Ich bin treu wie dieser Schwan da aus Münster.

Wie nenne ich denn nun den Herrn, der mich seit Jahren durch das Leben begleitet. Begleiter? Das klingt nach Escortservice. Mann geht auch nicht. Wir sind nicht verheiratet und werden auch nicht heiraten. Die Bezeichnung Freund erinnert mich an Sandkasten. Partner klingt nach Geschäft oder den mit der kalten Schnauze (hat er nicht). Am passendsten wäre DMDMAHL für Der Mann, der mir am Herzen liegt. Ich bleibe bei Freund. Wo war ich jetzt?

Ich war im Wohnzimmer. Mit ihm auf dem Sofa. Er muss mit mir das Finale von Bachelor gucken, obwohl er in 80 Meter Luftlinie Entfernung in seiner Fußballkneipe das Achtelfinale der Champions League hätte gucken können. Das rechne ich ihm hoch an. Und wenn er ehrlich ist, will er auch wissen, welche der Damen nach wochenlangem Dating und Geläster die allerletzte Rose bekommt. Fünfzehn Minuten, nachdem die Sendung angefangen hat, schaue ich nach rechts. Meinem Freund sind die Augen zugefallen. Die Eltern von Bachelor Christian lernen die Finalistinnen Angelina und Katja kennen. Christian sieht gut aus wie immer. Er wäre schon jemand, den ich auf der Tanzfläche eines Robinson Clubs auffällig unauffällig antanzen würde, wenn ich Single wäre. Wunderschöne blaue Augen, Zweitagebart, nettes Figürken und eine Glatze. Die lebenserfahrene Frau weiß, dass für fehlendes Haupthaar oft ein Zuviel an Testosteron der Grund ist. Also, oben ist nicht mehr viel los, aber untenrum umso mehr.

Autor

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    Britta Meyer (Autor)

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