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Verbotenes Abenteuer - der Freund meiner Tochter: Erotischer Roman, Erotik, Erotikroman

Band 1 der Secret Desires-Reihe

von Kathy Fox (Autor)

2016 0 Seiten

Leseprobe

Über dieses E-Book

Rita hat diesen Moment sehnsüchtig erwartet: Endlich ist ihr Mann Thomas von seiner Geschäftsreise zurückgekehrt und sie können einen entspannten Abend miteinander verbringen. Doch was als heißes Stelldichein geplant war, entwickelt sich schnell zur erotischen Flaute. Stattdessen gibt sich Rita ihren Fantasien hin, in denen sie ihre Lust und ihr Verlangen auslebt; mit dem fremden Mann ohne Gesicht, der es so gekonnt versteht, ihre Leidenschaft zu wecken. Doch dieser sieht immer mehr wie Ronny aus, der neue, unverschämt, anziehende Freund ihrer Tochter …

Impressum

Secret Desires

Erstausgabe Mai 2016

Copyright © 2020 Secret Desires, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 978-3-94529-887-9

Covergestaltung: Antoneta Wotringer
unter Verwendung von Motiven von
123rf.com: © Katarzyna Białasiewicz
Lektorat: Daniela Höhne

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

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Freitag

»Bitte lass das.« Mit sanftem Nachdruck schiebt Thomas mich fort. Sein Lächeln wirkt verbindlich, kalt, abweisend. Ein wenig wie das Lächeln eines Bankers, der mir aufgrund meiner Schufa-Einträge keinen Kredit gewähren kann.

Ich richte mich auf, betrachte meinen Mann traurig und nicke. Im Schein der flackernden Kerze auf dem Wohnzimmertisch wirkt sein Gesicht geheimnisvoll, ja markant. Aber da ist noch etwas, das mir heute zum ersten Mal auffällt: Die dunklen Ringe unter seinen Augen. Alt ist er geworden. Kein Wunder, schließlich liegt eine lange Geschäftsreise nach Asien hinter ihm. Mein Mann ist Geschäftsführer in einer Werkzeugfabrik im Bergischen Land, nicht weit von Köln entfernt. Dabei ist er Oberhaupt und Vorbild zugleich für seine dreihundert Mitarbeiter am Stammsitz. Ja, er verdient gutes Geld, doch es ist hart verdientes Geld, daran zweifle ich nicht.

Trotzdem … ein bitterer Schmerz durchzuckt mich, als mir bewusst wird, dass wir nicht mehr frisch verliebt sind. In den ganzen Jahren hat Thomas mich nicht ein einziges Mal abgewiesen. Was ist nur los mit ihm?

Bin ich ihm nicht mehr attraktiv genug?

Für mein Alter habe ich mich recht gut gehalten – denke ich zumindest. Die Vierzig ist nicht mehr weit entfernt, aber damit ist man doch heute keine alte Frau mehr. Mindestens dreimal in der Woche gehe ich ins Fitnessstudio, um meinen Hintern und meine Brüste für ihn in Form zu halten. An grauen Wintertagen besuche ich eine Sonnenbank, um für ihn knackig braun zu sein. Ich kaufe mir sündhaft teure Dessous, um ihm zu gefallen, ich trage sein Lieblingsparfüm und ich schminke mich dezent, so, wie Thomas es mag. Trotzdem … irgendetwas ist anders heute.

»Was …«, setze ich an, doch er unterbricht mich.

»Nichts, Schatz, es ist nichts.« Nun leert er sein Weinglas und erhebt sich mit einem schweren Seufzen. »Ich bin einfach nur müde, es tut mir leid.«

Dabei habe ich mich wie verrückt auf seine Heimkehr gefreut. Eine Woche lang war Thomas fort gewesen. Als ich ihn heute Abend am Flughafen abgeholt habe, war ich aufgeregt wie ein Teenager unmittelbar vor dem ersten Date. Stundenlang habe ich seit den Mittagsstunden meine Outfits ausprobiert. Den neuen Minirock habe ich wieder ausgezogen. Zwar wollte ich meinem Mann auf den ersten Blick signalisieren, dass ich mich nach ihm sehne, aber nicht zu nuttig wirken, denn das mag er überhaupt nicht. Irgendwann habe ich mich für die brandneue, hautenge Bluejeans und die neuen weißen High Heels von Tommy Hilfiger entschieden, dazu eine leicht transparente, weiße Chiffonbluse von s.Oliver, die mehr zeigt als sie verhüllt.

Sofort habe ich beim Wiedersehen in der Ankunftshalle des Köln-Bonner Flughafens eine Gänsehaut gehabt, und das, obwohl ich einen leichten Sommermantel übergezogen habe, um nicht die gierigen Blicke fremder Kerle auf mich zu ziehen. Ich war ertrunken in seinem Blick und habe schon beim Begrüßungskuss weiche Knie bekommen. An jeder roten Ampel im Auto haben wir geknutscht, doch nun, in unseren vier Wänden angekommen, ist der Zauber wie verflogen. Daran ändert auch der teure Bordeaux nichts, den ich uns aufgezogen habe. Auch nicht die leise Musik aus den Lautsprechern, auch nicht der romantische Kerzenschein. Es sieht so aus, als müsse ich heute auf Sex verzichten. Und das, obwohl ich mich schon seit dem Nachmittag nach Thomas gesehnt habe. Ich habe es genossen, das Prickeln im Unterleib, habe mir in ruhigen Momenten ausgemalt, wie wir miteinander schlafen.

Mit einer Mischung aus Verständnis und Enttäuschung schenke ich ihm ein verständnisvolles Lächeln.

»Nicht böse sein«, sagt er, während er mir über den Kopf streicht, wie man es bei einem Kind tut, das ausnahmsweise mal kein Eis als Belohnung bekommt.

Ich ziehe meinen Kopf zurück. »Schon gut«, kommt es leise über meine Lippen, während der Kloß in meiner Kehle wächst.

»Ich muss ins Bett.« Er haucht mir einen Kuss auf die blonden Haare, fährt mir ein letztes Mal über die Schultern, dann verschwindet er zur Treppe. Nachdenklich drehe ich das langstielige Weinglas in den Händen, höre, dass er im Bad verschwindet. Beim Surren seiner elektrischen Zahnbürste leere ich mein Glas in einem Zug, als er wenig später gurgelt, stehe ich auf und gehe in die Küche. Auf dem Weg dorthin stolpere ich fast über den Hartschalenkoffer im dunklen Flur. Ich zögere. Ob ich ihn auspacken soll, um schon eine Maschine Wäsche aufzusetzen?

Ich entscheide mich dagegen, beinahe trotzig trete ich mit der Spitze der Hilfigers gegen das Plastik des Koffers und betrete die kleine, fast quadratische Küche. Meine Hand wischt über die Wand neben dem Türrahmen, sucht und findet den Lichtschalter, betätigt ihn. Vom grellen Licht der Deckenlampe warte ich einen Moment, bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben. Dann stelle ich mein Weinglas auf der Arbeitsplatte ab, um es mir neu zu füllen. Ich schalte die kleine Lampe über der Arbeitsplatte ein, dafür die Deckenlampe ab. Nun kann man es aushalten. Mit einem Seufzen sinke ich auf einen der wackligen Küchenstühle. Auf dem Tisch liegt mein Handy. Ich betrachte es nachdenklich, strecke die Hand aus, löse die Tastensperre, rufe Mails, SMS und WhatsApp-Nachrichten auf.

Eine Nachricht ist von Meike, unserer Tochter.

»Hi Mum, ich möchte ins Filmgeschäft einsteigen, meinst du, ich sollte es tun?«

Meike hat eben das Abi hinter sich. Sie befindet sich jetzt in einer Art Selbstfindungsphase. Manchmal beneide ich sie, obwohl sie momentan völlig orientierungslos durchs Leben strauchelt.

Ja, sie wird studieren, so viel steht fest. Auf die Frage, was sie denn studieren möchte, antwortet unser Kind in der Regel mit einem knappen »irgendwas mit Medien«, wobei sie sich schon sehr für das Filmgeschäft begeistert. Thomas hat ihr vorgeschlagen, einen Freund anzurufen, dem eine Filmproduktionsfirma gehört. Über Vitamin B stehen ihr alle Türen offen. Ich muss sehnsüchtig lächeln. Nun ist sie schon eine junge, erwachsene Frau. Dabei kommt es mir so vor, als wäre sie gestern noch ein Baby gewesen.

Jetzt steht sie am Anfang ihres Lebens und hat alle Chancen, etwas daraus zu machen. Nichts erinnert mehr daran, dass Meike eigentlich nicht geplant war. Ich war achtzehn Jahre alt, als ich von Thomas schwanger war. Der klassische Betriebsunfall, aber eine Abtreibung haben wir nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Gleich stand für uns fest, dass wir dieses Kind haben wollten, um unsere damals noch junge Liebe zu besiegeln. Als junge Mutter habe ich auf viel verzichten müssen. Mit Meikes Geburt in einer regnerischen Novembernacht hat meine Jugend damals ein jähes Ende gefunden, doch ich habe mich der Herausforderung gerne gestellt. Eigentlich auch nie bereut, jung Mutter geworden zu sein.

»Versuch macht klug«, wischen meine Finger eine Antwort über den Touchscreen des Smartphones. Ein wehmütiges Lächeln huscht um meine Mundwinkel. »Sicher kann Papa dir helfen, einen Job zu finden. Er kennt viele Leute.« Dahinter setze ich einen Zwinker-Smilie.

Es dauert keine halbe Minute, bis Meike mir antwortet. »Nee, lass mal – das will ich alleine schaffen. Hab da jemanden kennengelernt, der im Filmgeschäft einen Fuß in der Tür hat.«

Gut, sie möchte es ohne unsere Hilfe packen. Das spricht für ihren gesunden Ehrgeiz. Schulterzuckend lege ich das Handy auf den kleinen Küchentisch und widme mich meinem Wein. Ich denke an den verkorksten Abend mit Thomas. Es tut verdammt weh, wenn man sich so freut und dann zurückgewiesen wird.

Ich trinke schneller als mir lieb ist. Wieder greife ich zum Handy. Soll ich Susanne, meine beste Freundin, anrufen?

Ich rufe das Menü auf, sekundenlang kreist mein Daumen über der grünen Fläche mit der Aufschrift »Anrufen«, dann schüttle ich den Kopf. Es ist schon nach neun, ich weiß nicht, was Susanne gerade macht. Wahrscheinlich hängt sie wieder in irgendeiner Bar oder einem Club herum, um neue Männerbekanntschaften zu machen. Im Gegensatz zu mir hat Susanne ihren Mr. Right bis heute nicht gefunden. Doch das scheint sie nicht im Geringsten zu stören, ganz im Gegenteil: Sie vögelt sich durch die Betten der Männerwelt unserer Stadt, als gäbe es kein Morgen.

Dabei möchte ich sie nicht stören. Plötzlich mischt sich ein anderes Gefühl unter meinen Frust. Ich spüre ein leichtes Ziehen in meinem Schoß, fast so, als würde meine Lust erwachen. Dabei habe ich gerade nicht den geringsten Grund, an heißen Sex zu denken. Höchstens über den Sex, den ich gerade nicht habe – den Sex mit meinem Mann, den ich seit über einer Woche nicht gesehen habe. Meine Hand zittert leicht, als ich das Glas an die Lippen führe. Ich genieße den samtigen Geschmack des Bordeaux, um nachzudenken. Mir wird plötzlich klar, dass bei uns im Bett schon länger Flaute herrscht. Selbst wenn Thomas nicht auf Reisen ist, schlafen wir nur noch sehr selten miteinander. Dabei gibt es nichts Schöneres, als sich in die Arme eines Mannes fallen zu lassen, sich ihm ganz hingeben, Zärtlichkeiten zu geben und sie zu empfangen. Warum, um Himmels willen, verspürt er nicht das gleiche Verlangen wie ich? Er ist doch ein Kerl, und mir fallen Susannes Worte ein, die der felsenfesten Überzeugung ist, dass Kerle immer Sex wollen. Muss ausgerechnet ich an ein Exemplar geraten, wo es sich nach vielen gemeinsamen Jahren anders verhält?

Leise seufzend erhebe ich mich. Wenn es anders abgelaufen wäre, dann würde ich jetzt in den starken Armen meines Mannes liegen, seinem gleichmäßigen Atem lauschen und seine warme, nackte Haut auf der meinen spüren.

Doch es ist nicht anders gelaufen. Ich greife nach dem Glas und verlasse die Küche. Im Wohnzimmer läuft immer noch die leise Musik. Ich schalte die Anlage ab, will nichts mehr hören heute. Das Glas stelle ich auf den Tisch, neben das von Thomas. Er hat seinen Wein nicht einmal ausgetrunken.

Frustriert beginne ich, mich auszuziehen. Streife die High Heels von den Füßen, um sie unter den Tisch zu kicken, öffne die Knopfleiste der Jeans und streife sie über die Hüften. Schon besser, denke ich. Danach sinke ich, nur noch mit Slip, Bluse und BH bekleidet, auf unser großes Sofa. Ich lege mich auf den Rücken, winkle ein Bein an und blicke hinauf zur Zimmerdecke. Ein paar Minuten hänge ich meinen düsteren Gedanken nach.

Liebt er mich nicht mehr?

Hat er eine Neue, mit der er im Bett seinen Spaß hat?

Bin ich ihm zu alt, zu unattraktiv, als dass er mich noch als anziehend empfindet? Woran liegt es, dass wir schon seit geraumer Zeit keinen Sex mehr haben?

Gleichzeitig nimmt dieses Ziehen in meinem Unterleib zu. Ich schließe die Augen, um an hemmungslosen Sex mit einem fremden, gesichtslosen Mann zu denken. Er liegt neben mir, ich spüre seinen muskulösen Körper, fühle sein Verlangen. Wir küssen uns, er nimmt mein erhitztes Gesicht in die Hand, ich lasse zu, dass seine Zunge in meinen Mund gleitet, dort ein Feuerwerk der Leidenschaft entfacht. Meine Brustwarzen spannen, er bemerkt es und zwirbelt sie sanft. Ich erschaudere vor Lust, spüre, wie Hitze in meinem Becken aufsteigt.

Während ich intensiv an den Fremden denke, gleiten meine Hände unter den hauchdünnen Stoff der Chiffonbluse. Ich berühre die Körbchen meines BHs, streiche sanft darüber und fühle das Spannen meiner Knospen durch den Stoff, reibe sie zart, stöhne leise auf. Tastend gleiten meine Finger abwärts, erkunden meinen flachen Bauch und ziehen kleine Kreise auf meiner elektrisierten Haut. Ich fühle den Bund meines winzigen Slips, zupfe spielerisch daran herum, bevor meine flache Hand unter den seidigen Stoff fährt. Sacht gleiten meine Fingerkuppen über den frisch rasierten Venushügel, weiter abwärts. Nun kann ich meine feuchte Hitze spüren. Ich hebe mein Becken an, ziehe spielerisch die Form meiner Vulva nach, ohne sie jedoch zu berühren.

Ganz plastisch erscheint mir die Vorstellung, dass nicht ich es bin, die mich berührt, sondern der fremde Mann ohne Gesicht. Ich versinke wieder in meinem erotischen Traum, stelle mir vor, dass es seine starken Hände sind, die meine Schenkel mit sanftem Nachdruck spreizen, um sich zu meiner vor Verlangen pochenden Scham vorzutasten. Das Blut rauscht in meinen Ohren. Er quält mich, zeichnet die Form meiner Schamlippen nach, ohne sie zu berühren, zieht immer enger werdende Kreise auf den Innenseiten meiner Schenkel und bringt mich schon so um den Verstand. Ich drücke meinen Rücken durch, will, dass er mich endlich dort berührt, wo seine Liebkosungen mir irgendwann Erlösung geben. Doch er lässt sich Zeit. Wir küssen uns, dann lösen sich unsere Lippen voneinander. Ich spüre seinen heißen Atem an meiner Halsbeuge. Sanft knabbert er daran. Ein angenehmer Schauer rieselt meinen Rücken herunter. Seine Zunge tanzt über meine Haut, hinterlässt eine feucht schimmernde Spur und treibt mich in den Wahnsinn. Als er behutsam an meinen Nippeln knabbert, kommt ein lüsternes Stöhnen über meine Lippen. Während er meine Brüste liebkost, fühle ich seine geschickten Finger an meiner intimsten Stelle. Vorsichtig, fast wie zufällig, touchiert sein Daumen meine Perle. Mir ist, als würde ein elektrischer Schlag von meinem Schoß durch meinen gesamten Körper gleiten. Ich bestehe nur noch aus purem Verlangen, will ihn endlich ganz, diesen unbekannten Mann.

Doch er lässt sich Zeit, hat es sich offenbar vorgenommen, mich in den Wahnsinn zu treiben. Ich recke ihm mein Becken entgegen, als einer seiner Finger zielstrebig zwischen meinen Schamlippen versinkt. Behutsam bewegt er sich in mir. Es ist fast so, als würde er mich mit seinem Finger penetrieren. Langsam, ganz langsam spüre ich, wie er in mich eindringt. Ich werfe den Kopf in den Nacken, halte es kaum aus vor Lust und bin ihm völlig ausgeliefert. Nun reibt er meine Klit. Ich laufe aus vor Lust, kann es kaum erwarten, dass er mich erlöst. Doch der Fremde hat kein Verlangen, mir jetzt alles zu geben. Erst will er mich, so scheint es, zum Gipfel der Lust treiben. Für mich gibt es kein Zurück mehr. Ich unterwerfe mich ihm, genieße seine Liebkosungen, fühle seine geschickte Zunge an meiner intimsten Stelle. Er knabbert und saugt an meiner Perle, taucht mit dem Kopf zwischen meine Beine. Ich fahre durch sein dichtes Haar, presse ihn fester in meinen Schoß und gebe mich seinen Küssen hin. Als ich seine Hände unter meinen Pobacken spüre, ist es um mich geschehen. Immer schneller wird seine Zunge, er taucht ein in mein nasses Paradies, erkundet jeden Winkel und saugt an meiner Perle, als handele es sich dabei um eine kostbare Frucht.

Im nächsten Augenblick bricht die Welle der Lust über mir zusammen. Ich explodiere förmlich, wimmere und stöhne abwechselnd, der Fremde lässt mich nicht entkommen und erhöht das Tempo. Dann ist es so weit. Ich werde von der Welle überrollt, glaube, dass ich ins Bodenlose falle. Mein Herz rast, als ich im nächsten Moment fühle, wie er sein Becken in meinen Schoß presst. Noch benommen von der Lust, kann ich seine Erektion spüren. Er ist nun ganz über mir. Wir schauen uns an, tief in die Augen. Seine Miene ist regungslos, dann stößt er zu. Leicht gleitet er in mich, füllt mich aus, als wäre er für mich gebaut. Millimeter für Millimeter schiebt er sich in mich. Ich schlucke trocken, umklammere seinen Schaft mit meinem Liebesmuskel und massiere ihn. Nein, ich umklammere ihn so fest, als würde ich ihn nie mehr loslassen wollen.

Dieser Mann ist der absolute Wahnsinn, ist das Letzte, was ich denken kann. Nun penetriert er mich, verharrt bei jedem Stoß an meiner tiefsten Stelle, bevor er sein teuflisches Spiel fortsetzt und mich an ungekannte Sphären liebt. Unaufhaltsam treibt er mich auf den nächsten Höhepunkt zu. Ich spüre, wie die Lust von meinem Körper erneut Besitz ergreift, will mich nicht wehren, genieße die Nähe des Fremden und gebe mich ihm hin. Er ist ein wundervoller Liebhaber, weiß genau, wie er eine Frau um den Verstand bringt, knabbert abwechselnd an meinen Brüsten, um mir den Mund im nächsten Augenblick mit einem nicht enden wollenden Kuss zu verschließen.

Immer schneller bewegt er sich in mir, bewegt nur sein Becken und erreicht doch mehr, als wäre der ganze Mann in Bewegung. Spielend leicht scheint es für ihn zu sein, meine empfindlichste Stelle zu stimulieren. Dann spüre ich, wie er sich aufbäumt. Es ist der richtige Moment für mich, auch aufzugeben und mich fallen zu lassen. Sein Atem geht stoßweise, wir küssen uns, als wir gemeinsam zum Höhepunkt kommen, saugen uns gegenseitig die Lust aus dem Körper und lassen die Welt um uns herum versinken. Es gibt nur noch unsere Körper, die längst zu einer Einheit verschmolzen sind. Endlich fühle ich seine Lust in mir. Mit einem kehligen Laut auf den Lippen kommt er, und auch ich lasse mich gehen, stöhne meine Leidenschaft laut heraus, bevor ich kraftlos zusammensinke und die Augen schließe.

Es dauert eine Ewigkeit, bis sich mein Puls normalisiert. Langsam, ganz langsam kehre ich in die kalte Realität zurück. Als ich die Augen öffne, sehe ich, dass ich alleine bin. Halbnackt liege ich auf dem Sofa in unserem Wohnzimmer, die Hand liegt noch unter meinem Slip. Ich kann die Hitze noch an den Fingerkuppen fühlen. Als ich sie vorsichtig zurückziehe, bäumt sich mein Unterleib auf. Noch immer bin ich wie elektrisiert, meine Brustwarzen spannen. 

Die Gedanken rasen durch meinen Kopf. Was war das eben?

Es war sicher nicht das erste Mal, dass ich mich selbst befriedigt habe, aber nie zuvor habe ich so intensiv an einen Mann dabei gedacht, einen Mann noch dazu, dem ich noch nie im Leben begegnet bin.

Wer war dieser geheimnisvolle Fremde?

Diese Frage werde ich wohl niemals beantworten können. Schweißtropfen perlen auf meiner Stirn, als ich mich mit weichen Knien hinsetze und in die Flamme der Kerze starre. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt. Mit einer Mischung aus schlechtem Gefühl und einer schwer zu beschreibenden Zufriedenheit stehe ich auf. Nein, ich werde Thomas nicht davon berichten. Auch wenn es mir eine Freude wäre, ihm unter die Nase zu reiben, dass ich auch ohne ihn auf meine Kosten komme. Schnell leere ich das Weinglas und bringe es in die Küche, dann lösche ich die Kerze auf dem Wohnzimmertisch, klaube meine Sachen zusammen und verschwinde im Schlafzimmer. Thomas liegt in embryonaler Haltung in seiner Betthälfte. Er schnarcht leise. Die kleine Nachttischlampe hat er mir immerhin angelassen.

Ich entkleide mich und werfe die Sachen über den Stuhl neben meinem Bett, dann krieche ich unter die Decke und lösche schnell das Licht. Wie immer schlafe ich nackt.

Samstag

Als ich in die Küche komme, sitzt Thomas schon am Tisch. Er verbirgt das Gesicht hinter seiner Zeitung, die er sinken lässt, als ich den Raum betrete. Es duftet nach frischem Kaffee und frischen Brötchen, auch der Tisch ist schon gedeckt. Ich glaube, der Wein hat mich gestern Abend müde gemacht, denn ich habe geschlafen wie eine Tote. Dass sogar Thomas vor mir aufgewacht ist und Zeit hatte, Frühstück vorzubereiten, ist mir fast ein wenig unangenehm. Aus dem Küchenradio dudelt die Musik einer lokalen Radiostation. Thomas lächelt mir zu. Ich versuche zu ergründen, ob er ahnt, was letzte Nacht geschehen ist. Ist Selbstbefriedigung schon ein Seitensprung? Zumindest, wenn man dabei an einen anderen Mann denkt?

Auch, wenn dieser Mann gesichtslos ist und wohl auch immer bleiben wird?

»Guten Morgen«, sage ich ein wenig kleinlaut und nähere mich ihm von der Seite. Halbherzig liebevoll fahre ich mit der Hand durch sein strubbeliges Haar und hauche ihm einen Kuss auf die Wange.

»Morgen«, erwidert er und faltet geräuschvoll die Zeitung zusammen. »Alte Schlafmütze.« Er zwinkert mir vergnügt zu.

»Ich konnte nicht schlafen gestern und habe noch ein Glas Wein getrunken«, entschuldige ich mich und ziehe mir den Küchenstuhl zurecht. Ich fühle mich matt, als ich auf ihn sinke. Thomas erhebt sich frisch wie der junge Morgen, tritt an die Arbeitsplatte und bereitet mir einen Kaffee zu. Nachdenklich nage ich auf der Unterlippe und beobachte ihn.

»Bist du schon lange wach?«

Er dreht sich mit einem jungenhaften Grinsen um und kehrt mit der Kaffeetasse an den Tisch zurück. »Es geht«, sagt er und macht eine wegwerfende Handbewegung. Dann zeigt er aus dem Küchenfenster, das zum Vorgarten hinausgeht. »Heute wird ein schöner Tag, den wollte ich nicht verschlafen«, grinst er.

Er scheint nicht zu bemerken, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, setzt sich zu mir und hält mir den Brötchenkorb hin. Ich greife zu. Ich liebe frische Brötchen, schneide es auf und bestreiche es mit Butter und süßer Marmelade. Kirsche mag ich am meisten.

Ich betrachte ihn. Hat Thomas etwas geplant? Will er möglicherweise einen Ausflug mit mir unternehmen? Oft fahren wir an den Wochenenden raus, einfach los und ohne Ziel, mal an die Mosel, mal an den Rhein, mal in die Berge und am liebsten ans Meer. In drei Stunden könnten wir an der Küste sein. Mein Herz vollführt einen Freudensprung, meine Hoffnung, mit ihm etwas zu unternehmen, wächst. Wahrscheinlich, denke ich weiter, wahrscheinlich hat er ein schlechtes Gewissen, weil er mir gestern Abend einen Korb gegeben hat. Nun schäme ich mich fast für das, was ich getan habe. Obwohl … bin ich ihm wirklich fremdgegangen?

»Wenn du nach einer Geschäftsreise so früh auf den Beinen bist, dann hast du doch etwas vor?« Ich puste in meine Tasse und nippe von meinem Kaffee. Glücklich schaue ich meinen Mann über den Tassenrand hinweg an. Ich liebe es, wenn Thomas am Wochenende das Beetle-Cabrio aus der Garage holt und wir mit offenem Verdeck losziehen.

»Erst später«, lächelt Thomas geheimnisvoll.

Ich hasse es, wenn er mich so auf die Folter spannt. »Komm schon«, dränge ich. »Was hast du vor?«

Thomas schmunzelt. »Ich finde ja, dass ich in letzter Zeit zu viel gearbeitet habe.« Dann zuckt er die Schultern. »Und das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern, im Gegenteil: Wenn wir den Deal mit den Chinesen unter Dach und Fach haben, werde ich öfter mal hinfliegen müssen und nach dem Rechten sehen.«

Ich erinnere mich, dass seine Firma dabei ist, in der Nähe von Peking ein Zweigwerk zu errichten. Die Lohnkosten dort sind wohl unschlagbar niedrig. Davon kann man halten was man will, aber die Wirtschaft geht dorthin, wo sie sparen kann. Und China entwickelt sich immer mehr zur Weltmacht. »Ihr werdet dort produzieren?«, heuchle ich Interesse vor, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich überhaupt keine Ahnung von der Werkzeugindustrie. Bisher habe ich immer gedacht, dass Werkzeuge mit der Prägung »Made in Germany« ein besonderes Qualitätsmerkmal erfüllen. Das scheint sich geändert zu haben. Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich Thomas in naher Zukunft wohl noch seltener sehen werde, wenn er zwischen Köln und Peking pendelt, um dort die neue Firma mit aufzubauen.

»Ich dachte, ich unternehme heute etwas mit der Familie«, reißt er mich aus den Gedanken. Er beißt herzhaft in eines der frischen Croissants.

Meine Wangen glühen vor Aufregung. »Fein«, sage ich und spüle das Brötchen mit einem Schluck Kaffee nach. Viel zu lange schon haben wir nichts mehr gemeinsam unternommen.

»Ja«, nickt Thomas, als könne er meine Gedanken lesen. »Ich werde mich heute Nachmittag mit Lars treffen und ihn zum Spiel ins Stadion begleiten.«

Mir entgleiten beinahe die Gesichtszüge. »Wie bitte?«, frage ich ihn fassungslos, so, als hätte ich mich verhört.

Lars ist mein kleiner Bruder, ein Nachzügler und damals das Nesthäkchen meiner Eltern. Er ist eine Nervensäge, hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich, kümmert sich um die zwei Kinder, weil seine noch nicht geschiedene Frau sich eher dem Alkohol als der Kindererziehung widmet, und zahlt Unterhalt, obwohl er mit einem Job als Gabelstaplerfahrer am Existenzminimum herumkriecht.

Für Thomas war mein Bruder immer ein Loser. Eigentlich hat er nichts als ein Naserümpfen für ihn über, und tatsächlich zieht Lars das Pech magisch an. Bei ihm läuft es einfach nicht rund.

»Woher kommt dein Sinneswandel?«, frage ich, mehr, um Zeit zu gewinnen. Es fällt mir schwer, meine Enttäuschung zu verbergen.

»Na ja«, erwidert Thomas und macht eine joviale Geste, »ich finde ja, auch Lars hat eine Chance verdient. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, Tickets für das Spiel seines Lieblingsvereins zu reservieren. Das habe ich online von Peking aus gemacht.«

»Davon hast du mir gestern nichts erzählt«, stelle ich mit tonloser Stimme fest. Das Brötchen bleibt mir fast im Hals stecken.

»Ich habe es vergessen«, antwortet Thomas und wirkt dabei in keinster Weise schuldbewusst. Dann lächelt er mich an. »Seis drum«, fügt er hinzu. »Und was machst du heute Schönes?«

Am liebsten würde ich ihm an die Gurgel gehen. Doch ich beherrsche mich, schlucke meine Wut herunter. »Mal sehen«, sage ich möglichst gleichgültig. »Ich werde mich wohl mit Susanne treffen.«

»Ach so.« Plötzlich scheint es zwischen uns eiskalt zu werden. Die Miene meines Mannes wird ernst. Er hasst Susanne, was nicht nur an dem Umstand liegt, dass beste Freundinnen grundsätzlich ins Feindbild Nummer eins eines Mannes passen. Nein, auch ihre »leichtlebige« Art, wie er es nennt, geht Thomas gewaltig gegen den Strich. Er hasst es, wenn sie auf Männerfang geht, um einen Kerl für einen One-Night-Stand zu suchen. Es ist meinem Mann ein Dorn im Auge, wenn ich mit ihr losziehe. Genau das will ich jetzt: Ihm eins auswischen.

»Wir werden wohl erst einmal zum Shopping in die City fahren und dann abends in einen neuen Club«, setze ich noch einen drauf.

»In einen Club?« Thomas betrachtet mich mit einer hochgezogenen Augenbraue. Das Croissant scheint ihm nicht mehr zu schmecken. Er legt es auf seinen Teller und trinkt Kaffee. »Na schön«, sagt er dann. »Bist du für eine Disco denn nicht ein wenig zu …«

»Alt?«, beende ich seinen Satz mit schneidender Stimme. »Nein, nicht die Bohne«, setze ich hinzu, bevor er etwas antworten kann. »Früher war man mit dreißig schon zu alt für eine Partynacht. Heute hingegen …«, ich winke ab. »Vierzig ist das neue Dreißig«, zitiere ich eine Stammtischparole, die ich mal irgendwo bei Facebook gelesen habe.

»Du muss es wissen.« Thomas klingt plötzlich sehr distanziert.

Eins zu null, schreit es in mir. Es tut gut, ihm eins ausgewischt zu haben. Doch auch wenn sich meine Laune nun ein wenig bessert: Ich habe ihm nicht verziehen. Thomas ist ein ignorantes Arschloch. Ich scheine ihm völlig egal zu sein. Wenn es Thomas schon wichtiger ist, mit meinem Bruder ins Stadion zu gehen, anstatt etwas mit mir zu unternehmen, dann läuft etwas falsch.

Ich leere meinen Kaffee und stehe auf. »Viel Spaß mit Lars später, ich muss mich jetzt fertigmachen.«

Thomas blickt fassungslos zu mir auf. »Was heißt das?«

»Dass ich gleich los muss. Ich will Susanne nicht warten lassen.« An der Küchentür angekommen, drehe ich mich noch einmal zu ihm um. »Und ich bin spät dran, sorry.«

»Ich dachte, wir hätten mal wieder Zeit für ein gemeinsames Frühstück«, lamentiert mein Mann.

»Und ich dachte, wir unternehmen mal etwas gemeinsam«, versetze ich schnippisch und lasse ihn allein zurück.

 

***

 

Auf dem Weg nach oben hallen die Worte meines Mannes in mir nach. Er hat keinen Hehl daraus gemacht, dass es ihm nicht passt, wenn ich mich mit Susanne treffe. Doch ich habe nicht vor, an der Seite meiner besten Freundin einen anderen Mann zu suchen. Ein Seitensprung kommt nicht infrage für mich. Nicht nach all den Jahren, nicht nach all dem, was wir uns in diesen gemeinsamen Jahren aufgebaut haben. Und trotzdem bin ich sauer und enttäuscht von ihm. Nicht nur, dass er mich gestern Abend missachtet hat, auch an einem gemeinsamen Samstag scheint ihm nicht viel zu liegen. Also werde ich den Rest des Wochenendes für mich alleine planen. Keine Rücksicht auf diesen Blödmann nehmen. Im Bad angekommen, knalle ich die Tür zu. Ich streife meinen Hausanzug ab und werfe ihn in den Korb mit der Schmutzwäsche. Ich schalte das Licht über dem Spiegel ein und betrachte mich nachdenklich. Ja, ich bin Ende vierzig – na und?

Im Spiegel sehe ich eine Frau mit schulterlangen blonden Haaren und grünen Augen. Die Nase ein wenig zu knubbelig, jedenfalls, wenn es nach meinem Geschmack geht, dafür finde ich meine Lippen extrem sinnlich. Ich trete ganz nah an den Spiegel heran und betrachte kritisch mein Gesicht. Ein paar Lachfältchen an den Augen machen mir ein wenig Probleme. Es wird bald die Zeit kommen, in denen ich die ersten Fältchen nicht mehr mit einer geeigneten Creme und Make-up in den Griff bekomme. Was solls, ich stehe zu meinem Alter, denke ich selbstbewusst. Hals und Schultern sind ganz in Ordnung, meine Brüste schwer, aber sie sind noch straff. Zaghaft lege ich meine Hände unter sie, hebe sie an. Über eine Brustvergrößerung habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Und Thomas haben sie immer gefallen, meine Titties, wie er sie früher immer nannte. Heute finde ich diesen Ausdruck albern und unreif. Meine Hände fahren hinab zu meinem Bauch. Er ist ebenfalls straff, wenngleich auch ein wenig gewölbt. Vielleicht wäre es mal wieder an der Zeit für eine Diät in Kombination mit ein paar Einheiten von Sit-ups? Die Hüften sind gerundet, alte Männer nennen so etwas wohl ein »gebärfreudiges Becken«. Mein Venushügel ist rasiert, nur in der Mitte habe ich einen schmalen Streifen stehen lassen. Die Schenkel sind stramm, aber nicht fett, trotzdem mag ich sie nicht. Wahrscheinlich werde ich sie in diesem Leben nicht mehr in eine Form bringen, die es mir ermöglicht, eine Hose aus dem Katalog zu bestellen. Manchmal machen mir meine Beine auch Probleme, wenn es um einen Rock oder ein etwas zu kurzes Kleid geht. Mein Hintern hingegen ist wohlgeformt. Man kann ihm ruhig mal einen Klaps versetzen, ohne Angst zu haben, dass er zerbröselt.

Ich bin kein Michelin-Weibchen und würde auch kein Foto von Frau Klum bekommen, so viel steht fest. Aber im Großen und Ganzen finde ich mich ganz okay. Oder eben tageslichttauglich. Ob ich noch eine Chance bei Männern habe? Ich weiß es nicht, habe es, seitdem ich Thomas kenne, auch gar nicht mehr darauf angelegt.

Das Bad ist kalt. Fröstelnd wende ich mich vom Blick in den Spiegel ab, drehe die Heizung auf und trete unter die große Dusche. Thomas und ich haben diese Dusche bei einem Toskana-Urlaub im Ferienhaus gesehen. Sofort hatte ich mich in diese Riesendusche verliebt. Es gibt keine Duschwand, keinen Vorhang, nur einen Bereich unseres großen Badezimmers unter der Schräge, der als Dusche ausgelegt ist. Ganz im mediterranen Stil. Thomas hat sie von einem befreundeten Installateur nachbauen lassen, als wir vor einigen Jahren das Bad kernsaniert haben.

Warm prasselt das Wasser auf meinen Körper herab. Ich genieße das Prickeln auf meiner Haut. Wohlig warme Schauer fahren durch meinen Leib und enden in Schüben in meinem Schoß. Ich recke mich dem Duschkopf entgegen, dabei winde ich mein Becken, so, als würde es das Prasseln der Wasserstrahlen besser aufnehmen können. Es sind winzige Explosionen, die von meinen Brüsten in den Bauch schießen, zurück zu den Brüsten und wieder abwärts in meinen Unterleib. Innerhalb weniger Sekunden steht mein Körper in Flammen. Meine Brüste spannen, als ich nach dem Duschgel greife und mich damit einreibe. Es tut gut, den eigenen Körper zu verwöhnen, ich lasse keinen Millimeter meiner Haut aus, spreize ein wenig die Beine, lasse meine Hand in den Schoß gleiten, spüre die feuchte Hitze und stöhne leise auf. Wie zufällig gleitet ein Finger in meine Scham und löst einen Sturm der Leidenschaft aus.

Kurz denke ich an Thomas und seine mangelnde Zuneigung. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange es her ist, dass er zum letzten Mal mit mir geschlafen hat.

Vergessen sind die Vorwürfe wegen gestern Abend.

Ich beginne, mich zu streicheln und träume mich zu meinem großen Unbekannten. Es ist, als würden unzählige Lippenpaare meinen Körper erkunden, als würden unsichtbare Hände über meine Haut gleiten, mich streicheln und sanft massieren. Ich sehne mich so sehr nach einem richtigen Mann, dass es schon schmerzt.

Kurz öffne ich die Augen und drehe die Handbrause auf. Nachdem das Wasser in angenehm wärmenden Strahlen aus den winzigen Öffnungen sprudelt, drehe ich den Kopf in die Massagestellung. Zaghaft halte ich den Strahl auf meinen Unterleib, lasse die prickelnden Strahlen über meine Schenkel gleiten, ziehe eine Bahn an den Innenseiten meiner Beine hinauf, bis das Prasseln des Wassers meine intimste Stelle erreicht. Ich stöhne leise auf, als die feinen Wasserstrahlen meine Perle erreichen und dort einen weiteren wohltuenden Schauer auslösen, der sich auf meinen ganzen Körper ausbreitet.

»Hey, das gefällt mir.«

Ein spitzer Schrei kommt über meine Lippen, als ich die Stimme meines Mannes dicht hinter mir höre. Unbemerkt ist er zu mir ins Bad geschlichen. Offensichtlich war ich so mit mir beschäftigt, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass er sich zu mir gesellt hat.

Thomas steht da, lächelnd und nackt. Als ich an ihm herunterschaue, bemerke ich, dass ihm das, wobei er mich eben erwischt hat, wirklich zu gefallen scheint. Sein bestes Stück reckt sich mir voll Verlangen entgegen.

Ohne ein Wort nimmt er mir den Massageduschkopf aus der Hand, dreht ihn ab und hängt ihn an die Halterung. »Das kann ich besser«, raunt er. »Dieses … Ding brauchen wir jetzt nicht, Kleines.«

Mir ist es unangenehm, dass er mich beobachtet hat. Ich weiß nicht, wie lange er schon bei mir ist.

Thomas schaut mir tief in die Augen und tritt ebenfalls unter den Wasserstrahl aus der Decke. Tausend winzige Wassertropfen perlen auf seiner Haut. Ich betrachte ihn, erwidere den Blick seiner tiefbraunen Augen. Thomas ist ein attraktiver Mann, daran besteht kein Zweifel – immerhin ist er mein Mann. Er hat keinen Bierbauch, ist relativ durchtrainiert und hat wunderbar breite Schultern, an die ich mich in zärtlichen Momenten gerne anlehne. Ich liebe seine Hände, sie sind männlich und feingliedrig zugleich, können zupacken und sanft kraulen und streicheln.

Und trotzdem, in diesem Augenblick ist mir seine Anwesenheit unangenehm. Am liebsten würde ich ihm sagen, dass er mich allein lassen soll. Doch Thomas denkt nicht daran. Er tritt unter die Dusche. Das Wasser perlt von seiner Haut, er lächelt, es ist irgendwie überheblich.

»Darf ich?«, fragt er überflüssigerweise und rückt mir auf die Pelle. Bevor ich ihm antworten kann, senkt er seinen Mund auf meine Lippen. Ich will mich ihm entziehen, doch Thomas duldet keinen Widerstand. Er nimmt meinen Hinterkopf in die rechte Hand und fixiert ihn. Im selben Moment fühle ich seine Zunge auf meinem Mund. Er durchdringt meine Lippen, ich fühle trotz seiner rohen Gewalt eine aufsteigende Erregung, genieße das Prickeln der winzigen Stromschläge, die meinen Körper durchlaufen. Mein Widerstand schlägt in Verlangen um, als seine Zunge ein wildes Spiel in meinem Mund beginnt. Sanft streifen seine Hände über meinen Rücken, ziehen die Form meiner Taille nach, streifen wieder hinauf zu den Schulterblättern. Er löst seine Lippen, schaut mich fordernd an. Ich sehe die Lust in seinem Blick und erschaudere.

»Tut mir leid wegen gestern«, sagt er leise, während ich seine Erektion an meinem Schenkel spüren kann. Pochend und heiß presst er sich an mich heran. Sanft knabbert er an meiner Halsbeuge und entlockt mir ein heiseres Stöhnen. Bereit für ihn lege ich den Kopf zur Seite und genieße seine Zähne an meinem Hals. Ich erschaudere, als ich seine starken Hände an meiner Hüfte fühle. Bereitwillig öffne ich meine Schenkel, lasse zu, dass sich seine Finger in meinem Schoß zu schaffen machen. Thomas streichelt meine intimste Stelle, während seine Zunge eine Spur von meinem Hals bis hinunter zu den Brüsten zieht. Meine Nippel sind hart wie Kirschkerne und verlangen nach seinen Liebkosungen. Seine geschickten Finger treiben mich widerstandslos auf den Höhepunkt der Lust zu, tauchen immer wieder in mich ein, touchieren meine Perle, die pausenlos Stromstöße durch meinen zuckenden Körper jagt.

Plötzlich zieht Thomas seine Hand zurück.

Ich öffne die Augen.

»Komm«, raunt er und dreht mich um. »Ich will dich ganz.«

Allzu gern gebe ich mich seiner animalischen Seite hin. Nachdem ich ihm den Rücken zugekehrt habe, beuge ich mich mit gespreizten Beinen vor. Der Gedanke, dass er nun meine Kehrseite sieht, erregt mich ungemein. Thomas verliert keine Zeit. Ich fühle seinen Liebesspeer kurz an meinem Po, dann gleitet er vor zu meinem feuchtem Paradies. Längst schon bin ich bereit, ihn ganz aufzunehmen. Thomas packt mich an den Hüften, schiebt sein Becken an meinen Schoß und dringt in mich ein.

Ein spitzer Schrei der Lust entrinnt meinen Lippen, als ich ihn in mir fühlen kann. Thomas umklammert mich und stößt fest zu. Ich umklammere seinen Schaft mit meinem Liebesmuskel, so fest, als würde ich ihn nie wieder loslassen wollen. Unsere Körper wiegen sich im Takt seiner Lust. Schwer liegen seine Hände auf meinen Hüften, ziehen mich im Rhythmus der Leidenschaft an sich heran. Tief ist er in mir, füllt mich herrlich aus und katapultiert mich in andere Sphären, dann werden seine Bewegungen schneller und schneller. Ich ringe nach Luft, habe keine Chance, ihm zu entkommen und gebe mich meinem Mann hin.

Himmel, wie wunderbar er mich auf den Höhepunkt der Lust zutreiben kann, denke ich noch, als ich spüre, wie er kurz innehält.

Er wird doch jetzt nicht …, durchzuckt es mich taub vor Lust und Verzweiflung, doch Thomas hält sich nicht länger zurück. Was tut er denn da? Er weiß doch genau, dass ich noch nicht so weit bin!

Verdammt, warum kann er sich nicht beherrschen?

Ich fühle, wie er sich tief in meinem Unterleib aufbäumt. Dann vollführt er zwei, drei Stöße, hart, fast brutal. Ein gurgelnder Laut kommt über seine Lippen, als ich seinen Liebessaft in meinem Schoß spüre. Kraftlos sackt er zusammen, umklammert mein Becken mit der einen, stützt sich an der gefliesten Wand mit der anderen Hand ab. Thomas bleibt noch einige Sekunden in mir, regungslos, schweigend. Sein Atem geht rasselnd, dann kann ich fühlen, wie seine Liebeskraft weicht. Er zieht sich mit einem wohligen Seufzer aus mir zurück. Ich richte mich mit weichen Knien auf und drehe mich zu ihm um. Meine Wangen glühen. Ich bete, dass er weitermacht, mich erlöst, doch Thomas haucht mir einen Kuss zwischen die Schulterblätter und jagt mir einen Schauer des Verlangens über die Haut, tritt aus der Dusche und greift nach dem Badetuch, das über dem Heizkörper hängt.

»Du warst großartig«, murmelt er, zwinkert mir zu und frottiert sich ab.

Fassungslos stehe ich unter den prasselnden Wasserstrahlen und glaube nicht, dass er mich so, kurz vor der Vollendung, zurücklassen will. Ich bin nicht in der Lage zu antworten, schaue ihm zu, wie er sich abtrocknet und dann ohne ein weiteres Wort aus dem Bad verschwindet. Nie zuvor habe ich ihn derart egoistisch erlebt. Während Thomas auf seine Kosten gekommen ist, lässt er mich alleine. Schwer hebt und senkt sich meine Brust. Ich starre wie vor den Kopf geschlagen auf die geschlossene Badezimmertür, durch die er eben verschwunden ist. Wut und Enttäuschung breiten sich in mir aus, gleichwohl ist da das brennende Gefühl der Lust in meinem Schoß. Ich keuche, lehne mich mit gespreizten Beinen an die geflieste Wand und lasse meine rechte Hand in meinem Schoß verschwinden. Sein Saft rinnt mir entgegen, doch Thomas ist schon verschwunden. Ich bin wieder alleine, doch darauf möchte ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Innerhalb weniger Sekunden bringe ich das zu Ende, was mein Mann vernachlässigt hat.

 

***

 

»Natürlich bin ich dabei, was für eine Frage?« Susanne lacht wohlwollend, als ich sie eine Stunde später anrufe und sie frage, ob sie Lust hat, den Samstag mit mir zu verbringen. Von dem Zwischenfall mit Thomas erzähle ich ihr am Telefon nichts. Trotzdem habe ich das blöde Gefühl, dass sie einen Heidenspaß daran hat, Thomas eins auszuwischen. Ahnt sie etwas, oder hat sie meine Verzweiflung zwischen den Zeilen herausgehört?

»Lass uns einen Weiberabend machen.« Susannes Stimme klingt ein wenig rau, und ich frage mich, auf welcher Party sie wohl die letzte Nacht verbracht hat. »Ich lasse dich doch nicht hängen, Kleines.«

Drei Zentimeter bin ich kleiner als Susanne, und trotzdem zieht sie mich immer damit auf. Rein optisch komme ich mir neben meiner Freundin immer ein wenig pummelig vor. Susanne ist sportlich, groß und schlank. Neben ihrem Brotjob als Bankangestellte jobbt sie immer wieder mal nebenbei als Model. So tingelt sie bei Modeschauen von Klamottenläden in der Stadt über die Laufstege und stellt sich dem Blitzlichtgewitter der Lokalpresse. Irgendwann hat sie mir mal gestanden, dass dieser Zweitberuf gut für ihr Selbstwertgefühl sei.

Ich spreche noch einmal an, was ich mir so für den Samstag vorgestellt habe und freue mich, dass Susanne sofort einverstanden ist.

»Also erst shoppen, dann in die Bar und später in den Club?«, frage ich sicherheitshalber noch mal nach. Ich fasse es nicht. Meine Freundin hat sich den Samstag freigehalten, um etwas mit mir zu unternehmen. Früher haben wir so etwas öfter mal gemacht, doch Thomas war nie begeistert, wenn ich mit der »männermordenden Susanne« um die Häuser zog. Und um ihn nicht zu verletzen und meine Zeit mit ihm zu verbringen, habe ich meine nächtlichen Ausflüge mit Susanne sehr weit zurückgefahren. Umso größer ist meine Freude, als sie an unsere alten Zeiten anzuknüpfen scheint.

»Es ist höchste Zeit, dass du Thomas mal zeigst, wo der Hammer hängt«, höre ich ihre Stimme am Telefon. »Du musst dir immer vor Augen halten, dass andere Mütter auch schöne Söhne haben.«

Ich muss lachen. Also ahnt sie schon, dass es bei mir gerade nicht so ganz rund läuft. »Wenn das jemand weiß, dann bist du das.«

Susanne kichert. »Allerdings. Ich bin nicht so bescheuert und binde mich für den Rest des Lebens an einen einzigen Kerl. Es gibt viel zu entdecken, Rita, glaub mir!«

Das will ich gern, doch bin ich mir nicht sicher, ob es das wert ist, meine Ehe aufs Spiel zu setzen.

»Du lebst in einem goldenen Käfig, ich sag es dir immer wieder.«

Wenn sich Susanne in Rage redet, nennt sie mich gern Kleines. Trotz des ernsten Hintergrundes muss ich schmunzeln. Während ich mit dem Telefon auf dem Sofa sitze, kann ich meinen Mann beobachten. Er macht sich fertig für sein Treffen mit Lars. Schätzt er sonst ein perfektes Aussehen, gibt er sich diesmal besonders leger. Die Jeans ist alt und abgewetzt, das Shirt muss er aus den unendlichen Tiefen seines Kleiderschrankes hervorgezaubert haben. Ich wusste gar nicht, dass er es überhaupt noch besitzt. In letzter Zeit hat Thomas sogar in unserer Freizeit seine geliebten Maßanzüge getragen, während ich mich gern dem Anlass angemessen kleide. Das können durchaus schon mal Jeans und Shirt sein, aber auch das kleine Schwarze – eben immer so, wie es die Gelegenheit erfordert. Abwechslung ist das halbe Leben, und mein Kleiderschrank bietet genügend Klamotten für jeden Anlass.

»Es ist Zeit für was Neues«, reißt mich Susannes Stimme aus den Gedanken. Ich fühle mich ertappt. Es ist irgendwie unheimlich, sieht sie, was ich beobachte, durchs Telefon?

Unsinn, du spinnst total, schimpfe ich mich selber eine Närrin. Ich bin doch nicht total bescheuert.

»Vielleicht brauchst du mal ein wenig Abwechslung in deinem Liebesleben?«

»Vielleicht hast du recht«, antworte ich, ohne darüber nachzudenken.

Thomas schaut mit einem seltsamen Blick zu mir herüber. Es ist offensichtlich, dass es ihm nicht passt, was ich gerade mit Susanne bespreche. Doch es ist mir herzlich egal, was er über meine Freundin denkt. Ich triumphiere und kann mir ein schadenfrohes Grinsen kaum verkneifen. Er scheint gar nicht zu bemerken, dass er sich gerade zum Affen macht.

»Ich muss los«, flüstert er und deutet mit gespreiztem Daumen und Zeigefinger, die er zum rechten Ohr führt, an, dass er mein Telefonat nicht stören möchte. Ich hauche ihm einen halbherzigen Kuss zu und grinse fast ein wenig schadenfroh. Soll er doch sehen, dass er sich mit meinem Bruder einen schönen Nachmittag macht. Er nimmt den Schlüssel vom Brett und winkt mir zu, dann verlässt er das Haus. Ich bin alleine. Alleine mit meiner besten Freundin am Telefon. 

»Ist er weg?«, reißt mich Susannes Stimme aus den Gedanken.

»Kannst du durch die Leitung gucken?«, frage ich fassungslos.

Susanne kichert am anderen Ende der Leitung. »Meine Vorfahren waren Hexen.«

Ich muss lachen. »Das glaub ich dir aufs Wort.« Dann atme ich durch. »Ja, er haut gerade ab.« Ich höre draußen den Motor seines Wagens anspringen, dann kehrt Ruhe in der Straße ein. Ich atme durch.

  »Dann kann der Abend ja kommen«, lacht Susanne. »Mach dich hübsch, wir werden heute um die Häuser ziehen und uns die attraktivsten Männer klarmachen, Kleines.«

Ich nicke, was sie am anderen Ende der Leitung natürlich nicht sehen kann. Eine fiebrige Erregung hat mich ergriffen, und ich kann es kaum erwarten, frischen Wind zu spüren.

 

***

 

Der Abend bringt mir ein seltsames Gefühl von Freiheit. Als wir irgendwann kurz vor Mitternacht im »Luna« aufschlagen, ist der Laden gerammelt voll und die Party im vollen Gange. Die Bar ist stylish eingerichtet. Diffuses, blaues Licht sorgt für eine fast mystische Atmosphäre.

Neugierige Blicke begegnen uns, als ich neben Susanne im Eingangsbereich stehen bleibe. In einer Ecke sorgt ein DJ für Musik. »Der Laden ist total angesagt im Moment«, brüllt mir meine Freundin ins Ohr.

Während ich noch überlege, ob ich mich im »Luna« wohlfühlen soll, schleppt mich Susanne schon zum Tresen durch. »Lass uns erst mal was trinken«, schlägt sie vor. Sie ist in ihrem Element, flirtet auf dem Weg zum Tresen schon mit einigen Kerlen, die uns lüstern betrachten. Kein Wunder, während ich zu einer schwarzen Hose eine eher unspektakuläre Bluse trage, hat sich Susanne in Schale geworfen. Mit einem trendigen Top in sündigem Schwarz trägt sie einen eng anliegenden Minirock mit Karomuster, der nur eine halbe Handbreit unter dem Schoß endet und ihre zwei unendlich langen Beine betont. Schwarze Nylons und kniehohe, schwarze Wildlederstiefel lassen die Männer durchdrehen. Einige Typen mustern uns neugierig, andere ziehen uns förmlich mit Blicken aus.

Ich sehe es positiv: immerhin, man interessiert sich für uns. Obwohl ich plumpe Anmache hasse, gibt es mir doch ein gutes Gefühl, begehrt zu werden. Der Zug ist also noch nicht abgefahren, durchzuckt es mich. Kurz nur denke ich an meinen Mann, dann erwidere ich die Blicke der Männer, beginne zu flirten. Was habe ich denn zu verlieren?

Ich bin frei heute Nacht, und es fühlt sich auf eine ungewohnte Weise sehr gut an, dass Thomas nicht alleine zu Hause sitzt und sich Gedanken macht, wann ich denn wohl zurück zu ihm komme. Wahrscheinlich hockt er gerade mit meinem Bruder in einer düsteren Altherrenkneipe und feiert den Sieg der Mannschaft mit ihm. Oder die Niederlage. Auf jeden Fall werden die beiden schon einen Grund finden, sich zu betrinken. Je länger ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich mir, dass es mich nicht einmal interessiert, was Thomas gerade treibt.

Es dauert nicht lange, bis ich keine Gelegenheit mehr finde, mir um meinen Mann Gedanken zu machen. Kaum, dass ich den freien Barhocker neben Susanne erobert habe, schiebt sich einer der Typen an uns heran. Ich betrachte ihn interessiert. Die oberen Knöpfe seines weißen Hemdes stehen offen und präsentieren mir den Ansatz seiner gekräuselten Brusthaare. Südländischer Typ, dunkle, streng zurückgegelte Haare, sonnenbankgebräunte Haut und der Duft nach einem sündhaft teuren Aftershave. Während ich noch überlege, ob ich so etwas wie ihn wirklich brauche, setzt er schon zu seiner Anmache an. 

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    Kathy Fox (Autor)

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Titel: Verbotenes Abenteuer - der Freund meiner Tochter: Erotischer Roman, Erotik, Erotikroman