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Rost auf dem Fahrrad

booksnacks (Kurzgeschichte, Liebe, Drama)

von Saskia Louis (Autor)

2016 0 Seiten

Leseprobe

Über die Kurzgeschichte

Was haben ein alter Mann und ein rostiges Fahrrad gemeinsam? Sie haben beide eine Geschichte zu erzählen.

Über die Autorin

Saskia Louis

Saskia Louis kam 1993 in Herdecke mit einer Menge Fantasie zur Welt, die sie seit der vierten Klasse nutzt, um Geschichten zu schreiben. Zusammen mit ihren zwei älteren Brüdern wuchs sie in der Kleinstadt Hattingen auf, doch über die Jahre hat sie ihr Zuhause in unterhaltsamer Frauenliteratur und Fantasy gefunden.

Sie ist überzeugt davon, dass Kuchen zwar nicht alle, aber doch die meisten Probleme lösen kann und glaubt, dass Tagträumen eine unterschätzte Profession ist.

Heute studiert sie Medienmanagement in Köln, gestaltet Beiträge für den Bürgerfunk, schreibt Songs und wünscht sich, dass Menschen mehr singen als schimpfen würden. Ihr größter Traum ist es, den Soundtrack zur Verfilmung eines ihrer Bücher zu schreiben.

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Bittere Liebe

Mehr zur Autorin findest du unter

www.digitalpublishers.de/autoren/saskia-louis/

www.saskialouis.wordpress.com

www.facebook.com/Louis.Saskia/

Impressum

Originalausgabe September 2016


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Copyright © 2016


Ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH

Made in Stuttgart with ♥

Alle Rechte vorbehalten

Rost auf dem Fahrrad


ISBN 978-3-96087-066-1

Titel- und Covergestaltung: Özer Grafik Design

Bildnachweis: chokchaipoo/fotolia.com

Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.


Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Buches sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Rost auf dem Fahrrad



Saskia Louis

Leseprobe

Saskia Louis veröffentlicht bei dp DIGITAL PUBLISHERS außerdem die Sports-Romance

Baseball Love – Liebe auf den ersten Schlag


Lass dich überraschen und lies rein.

Wir wünschen dir viel Spaß bei der Leseprobe!

***

Eins

Vor etwas mehr als einem Jahr …

„Natürlich würde ich dich gern wiedersehen. Ich habe mich nur nicht gemeldet, weil ich … deine Nummer verloren habe.“ Warum glaubten Frauen diese Ausrede eigentlich noch? Sie war so alt wie der Beruf der Prostituierten.

Na ja, ihm sollte es recht sein. Luke konnte nicht jede Frau, mit der er sich traf, wieder anrufen. Was dachten diese Mädchen sich nur? Dass er neben seinem Beruf zu viel Freizeit hatte?

Er hätte doch eine Assistentin einstellen sollen. Die hätte Flyer verteilen können, auf denen erklärt wurde, was ein One-Night-Stand ist.

Aber seitdem er mit der letzten geschlafen hatte, war sein Manager von der Idee einer Assistentin nicht mehr ganz so angetan.

Luke sah aus dem Fenster und warf einen letzten Blick auf Philadelphias Skyline, bevor sein Taxi auf die Interstate 95 bog und Gas gab. Na ja. Die amerikanische Art des Gasgebens. Großer Gott, freute er sich wieder auf die Autobahn.

Die Frau am anderen Ende der Leitung redete ununterbrochen weiter, sodass Luke den Hörer zeitweilig einfach auf sein Knie legte und noch einmal überprüfte, ob er seinen Pass dabeihatte. Als sein Knie nicht mehr von den Schwingungen der weiblichen Stimme vibrierte, hob er den Hörer wieder auf.

„Hör mal, Be … Br …“

Wie hieß sie noch gleich? Beverly? Brittany? Irgendein Stripperinnenname. „Hör mal, Liebes“, schwenkte er um, „ich verspreche dir, wir werden uns wiedersehen … wann?“ Genervt fuhr er sich mit der Hand durch die kurzgeschorenen Haare. Warum wollten Frauen immer alles kontrollieren? Das war so unglaublich nervig.

„Nein, heute ist es schlecht, ich bin auf dem Weg zum Flughafen. Tut mir leid. Ich werde die nächsten Wochen erst einmal meine Mutter und Freunde besuchen.“ Er beglückwünschte sich für sein Timing. In seinem Ohr piepte es zweimal kurz. „Tut mir leid, Liebes, da ist jemand in der anderen Leitung. Ich rufe dich an, wenn ich wieder aus Deutschland zurück bin, okay?“ Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern legte einfach auf. Seine Nerven waren nicht endlos strapazierbar.

„Luke Carter“, meldete er sich, während das Taxi von der Interstate abfuhr und bereits den ersten Ausschilderungen zum Flughafen folgte.

„Heute schon in die Zeitung gesehen?“

„Dir auch ’nen schönen Abend, Wes.“

„Hast du?“

„Nein. Gibt’s was Interessantes zu sehen?“

„Oh, sehr interessant. Als dein Freund sage ich dir: Respekt, Alter. Als Agent: Hör auf mit dem Scheiß. Die Welt ist nicht deine verfluchte Kirmes! Du bist ein Vorbild für tausende von Kindern, also benimm dich auch so!“

„Wesley.“ Luke seufzte tief und fuhr sich mit der flachen Hand übers Gesicht. Heute war wirklich nicht sein Tag. Er hatte einen Kater, elf Stunden Flug vor sich und einen Geduldsfaden in der Länge seines kleinen Fingers. „Sag mir worum es geht, bevor du mich anmachst, okay? Dann könnte ich vielleicht auch einen Kommentar abgeben.“

Für kurze Zeit herrschte Stille am anderen Ende. „Weißt du noch, was du gestern zwischen ein und vier Uhr morgens gemacht hast? Wenn nicht, ist das nicht schlimm, denn ganz Amerika kann dich jetzt daran erinnern.“

Luke runzelte die Stirn. Gestern Nacht … „Wieviel Uhr, sagtest du?“

„Warte. Ich lese es dir vor. Die Überschrift wird dir gefallen:

Kann Luke Carter sich vor sich selbst noch retten?

Gestern Nacht, nach dem 5:2-Sieg über die Bosten Red Sox, konnte man den Starpitcher der Delphies wieder einmal bei einem seiner Partygänge von Bar zu Bar begleiten

Pass auf, jetzt kommt meine Lieblingsstelle:

Nachdem er einem Minderjährigen auf der Straße sein Bier in die Hand drückte, war er im Club „The Haunted“ willkommen, den er gegen vier Uhr nachts, gezwungen durch den Türsteher, wieder verlassen musste. Doch das tat Carters Stimmung keinen Abbruch, denn nichtsdestotrotz konnte er schließlich zwei leicht bekleidete Frauen mit zu sich nach Hause nehmen. Ob er sie für ihre Dienste bezahlen musste, bleibt unsicher.

Und ein hübsches Foto ist auch dabei. Natürlich tragen die Damen keine Unterwäsche.“

„Ich musste sie nicht bezahlen!“, fuhr Luke auf und starrte wütend in den Himmel, den mehrere Flugzeuge kreuzten. „Musste ich nie.“ Was dachte sich die Presse dabei, sowas zu verbreiten?

„Das ist dein Kommentar zu diesem Artikel?“ Wesley hörte sich nicht amüsiert an. „Luke! Das ist in diesem Monat schon der dritte dieser Art. Dein Management macht Druck.“

Luke sank im Taxi zusammen und stöhnte. „Wes, du kennst die Presse, die übertreiben wieder bis ins Maßlose. Der Artikel ist völlig überzogen. Die würden sowas selbst dann schreiben, wenn ich mich benehmen würde.“

„Einem Minderjährigen, Luke!“

„Er sah älter aus.“

Autor

  • Saskia Louis (Autor)

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Titel: Rost auf dem Fahrrad