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Das Mädchen aus der Apotheke

booksnacks (Kurzgeschichte, Krimi)

von Dorrit Bartel (Autor)

2016 0 Seiten

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Wir möchten dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Vorab möchten wir aber ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

 

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Dein booksnack-Team

booksnacks

Über dieses E-Book

Wer ist dieser Engländer, der 1908 – zu Unrecht, wie er sagt – in einer Nervenheilanstalt in Lissabon sitzt und behauptet, Zeuge eines Verbrechens geworden zu sein? Was hat er gesehen? Was hat er getan? Und welche Rolle spielt Carla, das Mädchen aus der Apotheke, das seiner verstorbenen Schwester Carol ähnelt?

Impressum

booksnacks

Erstausgabe November 2016

Copyright © 2020 booksnacks, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 978-3-96087-113-2

Covergestaltung: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
unter Verwendung eines Motivs von
fotolia.com: © Serg Zastavkin
Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Unser booksnacks-Verlagsprogramm findest du hier

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Ich bin nicht verrückt, aber niemand glaubt mir. Und doch will ich die Wahrheit über die Geschehnisse erzählen, die sich in der Rua do Engano im Februar ereigneten und an deren Ende ich in dieser Anstalt gelandet bin. Die Zeitungen haben darüber geschrieben, aber sie haben ihre Informationen aus zweiter Hand. Ich dagegen war dabei, ja, befand mich gar im Mittelpunkt der Ereignisse.

Ich war auf den Rat meines Arztes, Doktor Z., sowie auf Empfehlung meines Faktotums Eduardo nach Lissabon gereist, um meine Nerven zu beruhigen, die von den Ereignissen der vorangegangenen Monate nachhaltig angegriffen waren. Der Doktor hatte gemeint, ein Londoner Winter mit Kälte, Nebel und Regen werde sich sehr schlecht auf meinen Gemütszustand auswirken und ich solle zur Erholung in den Süden des Kontinents reisen. Die Sonne dort werde sich positiv auf meine Seele auswirken. Eduardo schlug mir daraufhin den Aufenthalt in Lissabon vor. Er stammte aus Lissabon und war in seinem Herzen zutiefst mit seiner Heimatstadt verbunden geblieben, auch wenn er inzwischen schon über zwanzig Jahre nicht mehr dort lebte. Seiner Empfehlung folgend reiste ich in dieses Hotel in Alfama, das einem Freund von ihm gehört, den ich allerdings nie gesehen habe. Die engen Gassen Alfamas sind bei Besuchern sehr beliebt, weil die kleinen Häuser mit ihren Kachelverzierungen sehr hübsch aussehen. Besucher machen sich keine Vorstellung davon, wie es sich in diesen engen Gassen wohnt; in winzigen Zimmern ohne Heizung, in die niemals ein Sonnenstrahl dringt und in denen es deshalb immer ein wenig feucht ist, gerade im Winter, wenn es viel regnet. An besseren Tagen regnet es in Lissabon nur eine Stunde, an den schlechten schon mal den ganzen Tag. An Regentagen fürchtete ich manchmal, vielleicht mit erholten Nerven nach Hause zu fahren, dafür mit einer kranken Lunge. Aber meine Atemwege waren immer recht robust und sind – soweit ich es einschätzen kann – noch in Ordnung. Meinen Nerven ist der Aufenthalt in Lissabon jedoch nicht gut bekommen.

Ich bin bis heute nicht sicher, welche Rolle das Mädchen aus der Apotheke im Verlauf der Geschichte spielte und ob sie diejenige war, die sie zu sein schien. Doch auch ich bin nicht derjenige gewesen, der ich zu sein meinte, als ich nach Lissabon kam. Aber lassen Sie mich von Anfang an erzählen, damit Sie selbst ein Urteil fällen können.

Autor

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    Dorrit Bartel (Autor)

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Titel: Das Mädchen aus der Apotheke