Lade Inhalt...

Pauls erotische Fantasien

(Kurzgeschichte, Liebe, Erotik)

von Michelle Mazarin (Autor)

2016 22 Seiten

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Ich möchte dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Aber ich möchte dir vorab ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

 

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Dein booksnack-Team

booksnacks

Über dieses E-Book

Paul hat schon vieles gesehen und erlebt – inklusive quälende Erinnerungen an die letzte Party … Er ist reich, schön und hat alles was das Herz begehrt – fast alles, stellt er gelangweilt fest. Denn nichts und niemand konnte seine Leidenschaft bis jetzt wirklich entfachen.
Das ändert sich jedoch schlagartig als Susan mit ihrem Esprit in sein Leben stolpert. Sie entfesselt all seine Vorstellungen, Wünsche und Fantasien – so als würde sie in einem offenen Buch lesen. Arbeit, Sex und Liebe – manchmal doch miteinander vereinbar …

Impressum

booksnacks

Erstausgabe Januar 2017

Copyright © 2020 booksnacks, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 978-3-96087-111-8

Covergestaltung: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
unter Verwendung eines Motives von
fotolia.com: © pvstory
Lektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Unser booksnacks-Verlagsprogramm findest du hier

Website

Folge uns, um immer als Erster informiert zu sein

Newsletter

Facebook

Twitter

Paul fuhr gelangweilt durch sein schwarzes Haar und seufzte.

Es war dunkel draußen. Der Nebel hing zwischen den Büschen und zog langsam durch den Schlosspark. Paul ließ seinen Blick belanglos zwischen dem Feuer im Kamin und dem tristen Park schweifen. Er war nicht nur gelangweilt, weil der Tag ihn mit seinem Alltagsgeschäft nicht überrascht hatte, sondern auch, weil er für diesen Abend nichts geplant hatte. Meistens hatte er geschäftliche Termine, die mit einem privaten Touch versehen waren und in einem guten Restaurant oder einer angenehmen Bar endeten.

Er fühlte etwas, was er schon sehr lange nicht mehr empfunden hatte. Er bemühte sich dieses Gefühl zu ignorieren. Er hasste es – Einsamkeit.

Er war unglaublich beliebt. Bei jedermann. Vor allem bei den Damen – jeden Alters. Sein Gesicht glich der Maske eines griechischen Gottes. Aufgrund seiner Stellung in der Gesellschaft lagen ihm die Frauen zu Füßen. Er war charmant, eloquent und stets ein aufmerksamer Zuhörer. Er konnte jede Frau haben, wann und wo immer er wollte, aber selbst das reizte ihn nicht mehr. Er versuchte diese unangenehme Empfindung zu ignorieren. Er fühlte sich leer. Ausgebrannt.

Manchmal fühlte er sich inmitten vieler Menschen, ja selbst auf Partys, einsam, auch wenn er es nicht wahrhaben wollte. Diese feinen Gesellschaften, mit den übertrieben geschminkten und teuer aber glanzlos wirkenden Frauen. „Immer dasselbe“, dachte er missmutig.

Das kalte Nieselwetter spiegelte seine Laune. Regentropfen perlten die Glasfläche entlang. Das Schauspiel der Nebelschwaden im Scheinwerferlicht der Gartenanlage bot einen faszinierenden Anblick. Langsam krochen sie über die ausgefallenen Steinskulpturen, durchdrangen modernste Lounge-Garnituren und wanden sich um edles Gehölz.

Der junge Innenarchitekt hatte Großartiges geleistet. Die alte, dicke Mauer des Schlosses zur Parkseite wurde durch große Glasflächen ersetzt und indirekte Beleuchtung sorgte für eine angenehme Stimmung im Raum.

Paul betrachtete sein Spiegelbild im Fensterglas. Er lehnte lässig an der Mauer in Jeans und weißem Hemd, das seinen perfekt geformten Oberkörper durch den engen Schnitt vorteilhaft zur Geltung brachte. Er gehörte nicht nur zu den Männern, die unverschämt gut aussahen, sondern zu jenen, die einfach Charisma hatten. Das bestimmte Etwas, das nur wenig Auserwählten eigen war. Angeboren.

Und so hatte er schon alles gesehen und gehabt wovon Männer so träumten. Die meisten würden ein Leben lang von all dem träumen, was er schon hatte erleben dürfen. Bei diesem Gedanken lächelte Paul. Sein unwiderstehliches, jungenhaftes, schiefes Lächeln.

Wie ein Panther durchschritt er geschmeidig den Raum. Bloßfüßig genoss er die Wärme der neuen Fußbodenheizung und war froh diesen jungen, ein wenig eigenartigen Architekten, dem sonst keiner eine Chance geben wollte, engagiert zu haben. Er wuselte bei jeder Gelegenheit aufdringlich, um seine Kunden, betete sie förmlich an, aber Paul hatte kein Problem mit schwierigen Charakteren. Wo immer dieser findige kleine Kerl diese wundervolle antike Bar auch gefunden hatte, sie traf genau seinen Geschmack. Er goss sich einen Whiskey in sein Glas. Sein Lächeln wurde breiter und verschmitzter. Was hatte diese Bar schon alles erlebt. Die Geschichten die sie erzählen könnte, würden jedem Durchschnittsbürger die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Ein dunkles, kurzes Lachen unterbrach seinen Gedankenstrom. Ja, er hatte die schönsten Frauen gehabt. Perfekte Körper. Stilvoll. Eine schöner als die andere. Sein Gesicht wurde ausdruckslos. Er nippte an seinem Glas. Im Endeffekt waren sie aber alle gleich. Farblos, oberflächlich und uninteressant. Eine Handvoll davon war gebildet und er hatte so manch gutes Gespräch geführt, aber im Endeffekt war es immer nur einseitiges Fachwissen, das gelangweilt rezitiert und zur Schau gestellt wurde. Er vermisste einen schnellen, weltoffenen, wachen, interessierten und witzigen Geist. Nicht, dass er Oberflächlichkeit nicht auch zu schätzen wusste. Er war ein Mann wie jeder andere auch. Was er vermisste, war Individualität, eine innere Ausstrahlung.

Wieder nippte er an seinem Drink.

Sein Blick blieb an dem modernen Gemälde an der Wand hängen, welches sich dem Stil des Raumes harmonisch anpasste. Diese Mischung aus alt und neu war einfach perfekt. Modernes mit den richtigen antiken Akzenten, das war der Reiz dieser Atmosphäre. Wertvolle ausgefallene, antike Stücke an den richtigen Stellen vervollständigten seinen außergewöhnlichen Stil. „Seinen alleinigen Stil, der sich von Zimmer zu Zimmer, durch das gesamte verdammte große Schloss und Anwesen zog“, dachte er nun ein wenig grimmig.

Autor

  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.

    Michelle Mazarin (Autor)

Zurück

Titel: Pauls erotische Fantasien