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Die Vereinigung

von Erkan Mete (Autor)

2018 0 Seiten

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Ich möchte dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Aber ich möchte dir vorab ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Stephanie Schönemann

Programmleitung dp DIGITAL PUBLISHERS

Über die Kurzgeschichte

Konstantinopel, irgendwann im Mittelalter. Wie hatte er diesen wunderschönen Körper und die Seele, die in ihr hauste, vermisst. Nach Monaten der Entbehrung liegt er nun endlich bei ihr, berührt sie. Nicht mal in den tiefsten Winkeln seines Herzens ahnend, dass diese Vereinigung der Körper eine Vereinigung ganz anderer Art ist.

Impressum

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Erstausgabe März 2018

Copyright © 2018, booksnacks,
ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten
ISBN: 978-3-96087-295-5

Titel- und Covergestaltung: Francesca Hintz
unter Verwendung eines Motivs von
© BestPhotoStudio/shutterstock.com
Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Buches sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Die Vereinigung



Erkan Mete

Er berührte mit seinen Fingerspitzen ihre seidige Haut. Das Licht des Kaminfeuers zauberte groteske Bilder auf ihren nackten, warmen Körper. Gott, wie hatte er diesen wunderschönen Körper, und die Seele die darin hauste, vermisst. Wie hatte er sie die letzten Monate, wenn er nachts am Lagerfeuer wach lag und den Mond beobachtete – immer angespannt, immer bereit – begehrt und sich nach der Hitze ihres Körpers gesehnt.

Es war wieder einmal einer dieser gnadenlosen Ironien des Schicksals zu verdanken, die nichts Besseres zu tun zu haben schienen, als ihm ins Gesicht zu spucken und zu lachen. Wie oft saß er nachts da, fieberte, fror oder hatte nur einfach Hunger und dachte trotzdem an sie. Dachte daran, dass er sie eventuell nie wieder berühren, nie wieder spüren würde.

Seine Hand strich über ihre Wirbelsäule. Die Erhebungen erregten ihn. Sie erregten ihn sehr. Er hauchte einen Kuss auf einen dieser Hügel. Sie rekelte sich unter ihm und er spürte förmlich ihr zufriedenes Lächeln.

Das Lächeln, das ihn gelehrt hatte, dass es doch so etwas wie Liebe geben konnte. Das Lächeln, das ihn zum ersten Mal verzauberte, als er auf dem Sklavenmarkt von Adrianopel seine Ware verkaufte. Sie bot auf einem Felsen für die hungrigen Männer ihre Früchte feil. Datteln, Pfirsiche, Melonen. Er verkaufte seine ungarischen Sklaven und kaufte all ihr Obst. Ihre magisch grünen Augen leuchteten auf. Ihre Lippen öffneten sich zu einem Lächeln. Auf ihren wundervollen Wangen bildeten sich Grübchen, wie er sie nie zuvor gesehen hatte. Mondweiße Zähne blitzen auf. Nach diesem magischen, viel zu kurzen Moment, senkte sie beschämt den Kopf, aber er konnte noch immer ihr Lächeln spüren.

„Entschuldigt Herr, dass ich es wagte, Euch in die Augen zu sehen. Ich konnte nicht anders.“

Er wusste nicht, was er antworten sollte. Der Satz ‚Seht mir bitte in die Augen bis ans Ende meiner Tage‘ wäre nicht angebracht. Also sagte er nichts.

Sie sprach weiter.

„Herr, so viel Obst könnt Ihr nicht haltbar machen. Bei der Hitze ist in wenigen Tagen all das Obst verdorben. Ihr könntet euch vergiften. Bitte nimmt das Geld zurück.“ Sie reichte ihm die Silbermünzen.

„Nein. Behaltet das Geld. Ich werde das Obst unter den Armen verteilen. Nichts wird verderben.“

Sie hob leicht den Kopf an, sah ihm für eine Sekunde mit ihrem wunderschönen Lächeln ins Gesicht und senkte wieder ihr Haupt.

„Danke Herr.“

Er wollte sie berühren. Wissen, ob ihre Haut sich anfühlte wie sie aussah.

„Seid ihr morgen wieder hier? Verkauft Früchte?“

Details

Seiten
0
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783960872955
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v414735
Schlagworte
Vampir Historisch Mittelalter Erotische Kurzgeschichten Erotik erotische Liebesromane

Autor

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    Erkan Mete (Autor)

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Titel: Die Vereinigung