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Just not married (Chick Lit, Liebe)

von Nadin Hardwiger (Autor)

2018 0 Seiten

Leseprobe

Du bist spitze!

Ja, wirklich: DU. Es ist toll, Leser wie dich zu haben, die neue Formate wie unsere Love Shots ausprobieren.

Wir – das sind heute Katherine Collins, Anne Gard, Dorothea Stiller, Bettina Kiraly, Jessie Weber, Daniela Blum, Evelyn Boyd, Anna Donig, Susanne Halbeisen, Nadin Hardwiger, Mariella Heyd, Lara Kalenborn, Natascha Kribbeler, Saskia Louis, Lisa McAbbey, Dolores Mey, Annell Ritter, Linne van Sythen und Jennifer Wellen – haben uns viele Gedanken um unsere Leser gemacht.

Wir wollten etwas schaffen, das dir mehr Zeit zum Lesen gibt oder die Zeit, die du hast, noch mehr versüßt.

Versüßt mit schöner Literatur und Geschichten, die fürs Herz geschrieben sind. Wir schreiben „Bücher mit Herz“ und bei unserer Romance Alliance spielt die Liebe eine zentrale Rolle.

Mit unseren Love Shots wird dein „Unterwegssein“ (ob zur Arbeit, in die Uni oder mit der Bahn oder dem Bus) pure Unterhaltung. Wir schicken dein Herz mit unseren Geschichten auf Reisen – in andere Welten oder andere Zeiten. Mit einem Love Shot als Begleitung soll jeder deiner Wege, jede Fahrt zum Abenteuer werden. Lass dich von uns verführen.

Viel Spaß wünschen dir

Katherine, Anne, Dorothea, Bettina, Jessie, Daniela, Evelyn, Anna, Susanne, Nadin, Mariella, Lara, Natascha, Saskia, Lisa, Dolores, Annell, Linne und Jennifer

www.facebook.com/romancealliance/

https://romance-alliance.com

Über dieses E-Book

»Möchtest du mich heiraten?« »Aber sicher heirate ich dich!« Wen auch sonst sollte Ineke heiraten, wenn nicht ihren langjährigen Freund Björn! Das Planen der Hochzeit läuft genauso unaufgeregt wie der Heiratsantrag und ehe Ineke sich versieht, ist das Hochzeitskleid gefunden, das Standesamt gebucht und der Ort der Hochzeitsfeier festgelegt. Doch ständig scheint etwas dazwischenzukommen. Erst sind es die vergessenen Flitterwochen, dann der vergessene Ring …
Und was, wenn Ineke vor dem Traualtar diese verflixten Worte nicht herausbringt? Denn es gibt da etwas, das sie zögern lässt … oder jemanden?

Impressum

Erstausgabe September 2018

Copyright © 2018, Love Birds, ein Imprint der
dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

ISBN: 978-3-96087-514-7

Covergestaltung: Miss Ly Design
unter Verwendung von Motiven von
© Melinkov Sergey/shutterstock.com, © Natasha Pankina/shutterstock.com, © LanKS/shutterstock.com und © Flaffy/shutterstock.com
Lektorat: Astrid Rahlfs

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

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F wie Fluchtweg

Hochzeitspanik?
Keine Sorge, schon im Vorfeld akkurat geplante Fluchtwege lassen der Braut am großen Tag alle Möglichkeiten offen.

Smiley

Kapitel 1
Freunde

»Natürlich heirate ich dich. Wen sollte ich denn sonst heiraten?«

Was für eine Frage! Träge setze ich mich in der Hängematte auf, in der ich bis eben friedlich vor mich hinschaukelnd Wattewölkchen am tiefblauen Maihimmel beobachtet habe. Ein paar Amseln im Walnussbaum schauen interessiert zu mir herunter in den Garten, ohne in ihrer zwitschernden Unterhaltung innezuhalten.

Björn – ist er nun eigentlich mein Verlobter? – steht mit gerunzelter Stirn vor mir. Seine obligatorische grüne Latzhose weist die obligatorischen erdbraunen Flecken an den Knien auf und seine Hände stützen sich auf den obligatorischen Spaten, der zu ihm gehört wie das Smartphone zu einer Teenagerhand.

Ich blinzele gegen die Sonne an, die an Björns semmelblondem Kopf vorbeilugt. »Das war doch gerade ein Heiratsantrag, oder?«

Er neigt den Kopf, sodass mich die Sonne noch mehr blendet. »Schon, aber …«

»Aber?«, hake ich nach und ziehe Björn am Arm zu mir auf die Hängematte, die nicht ungefährlich schwankt, als er sich hineinfallen lässt. Nicht jedoch, bevor er den Spaten ordnungsgemäß am Baum abgestellt hat.

»Naja, deine Antwort habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.«

»Hast du ein Nein erwartet?« Lachend knuffe ich ihn mit dem Ellenbogen in die Seite.

»Nein, ich meine, ich habe schon darüber nachgedacht, was wohl wäre, wenn du Nein sagst, aber dein Ja habe ich mir irgendwie klassischer vorgestellt.« Björn nimmt meine Hand in seine und streicht mir sacht mit dem Daumen über den Handrücken.

Ausgehend von Björns Berührung durchströmt Wärme meinen Körper und diese hat nur bedingt etwas mit der lachenden Sonne über uns zu tun.

»Nun war aber dein Heiratsantrag auch nicht gerade die klassischste aller Varianten.«

Björn sieht von unseren verschlungenen Händen auf und lächelt mich an. »Du meinst die Version, in der nach wochenlanger Vorbereitung der Zeitpunkt des Antrages endlich da ist, die zukünftige Braut sich aber an dem Champagner verschluckt, in dem der Verlobungsring oxidiert, dabei panisch am Tischtuch zieht, sodass die glibberigen Austern und die pseudo-reifen Gewächshauserdbeeren vom Tisch gepfeffert werden, der Antragsteller aufspringt, um seiner Angebeteten auf den Rücken zu klopfen, sich dabei aber einen Kinnhaken ihres Ellenbogens einfängt und beide schließlich zu Boden gehen?«

Ich nicke nachdrücklich. »Oh ja, genau die meine ich. Allerdings würde mich jetzt doch noch brennend interessieren, wie die Geschichte ausgeht.«

Björn wiegt bedächtig den Kopf hin und her. »Happy End oder Drama?«

»Happy End natürlich, es ist doch schließlich eine Hochzeit!«

»Bist du dir sicher? Denn dann wird es nämlich kariesverdächtig süß und quietschrosa. Mit Schleifchen!«

Mit großer Geste zeige ich auf seine grüne Latzhose und meine dunkelgrauen Shorts, die ich stylish mit einem weißen Shirt kombiniert trage. »Hey, wenn jemand Rosa vertragen kann, dann ja wohl wir.«

»Da der Antrag natürlich in einem Drei-Sterne-Top-Restaurant erfolgt, kennen die sich dort selbstverständlich aus mit dieser Art von Romantik. Der Ersthelfer-Oberkellner rettet mit einem beherzten Heimlich-Handgriff die Braut in spe und der Zweithelfer-Unterkellner richtet die gebrochene Nase des, nun, ein wenig verwegen aussehenden Bräutigams to be.«

Björn schweigt für einen Moment und unter das Zwitschern der Amseln über uns mischt sich das tiefe Brummen einer Hummel, die um uns herumsurrt.

»Diesem denkwürdigen Heiratsantrag folgt eine Hochzeit, bei der alle nur erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden und Ober- und Unterkellner aufmerksam das Geschehen verfolgen. Nach vielen glücklichen und unfallfreien Jahren sitzen unsere beiden Helden schließlich gemeinsam im Sonnenuntergang auf ihrer Lieblingshängematte und schaukeln sanft in einer süßen Brise, Hand in Hand und einander zugewandt.«

»So wie wir gerade«, flüstere ich. Meine Hand ruht noch immer in seiner und ich sehe ihm in die warmen, braunen Augen, mein Blick ganz leicht verschleiert, von einer Träne, welche sich den Weg ans Licht bahnt.

Björn küsst mich sanft auf die Stirn. »So wie wir. Nur dass wir im vollen Sonnenschein sitzen und es zu unserem Sonnenuntergang noch lange hin ist.«

Wieder küsst Björn mich, dieses Mal behutsam auf den Mund. »Ineke Wallin, möchtest du mich heiraten?«

Für einen langen Moment sehen wir uns still an und ich nehme so viel wahr an diesem Mann an meiner Seite, so viel Zärtlichkeit und Ehrlichkeit, Sinnhaftigkeit und Bodenständigkeit und – ganz viel Liebe.

Langsam löse ich meine Hand aus seiner und ziehe Björn in einer Umarmung ganz nah an mich heran.

»Ja«, murmele ich an seinen Lippen, die ich schon so oft küssen durfte und die mich schon so viele Male liebkosten. »Ja, ich möchte dich heiraten und ich möchte mit dir Hand in Hand in unserem Sonnenuntergang auf dieser Hängematte sitzen. Und ich hoffe sehr, dass wir beide es dann noch ohne Hilfe allein hineinschaffen.«

Und ich küsse ihn, küsse meinen Verlobten, in einem Versprechen an unsere Ewigkeit.

»Stopp Bobby! Nein! Komm zurück!«

Erschrocken fahren Björn und ich auseinander, was unsere Hängematte mit einem Salto zur Kenntnis nimmt. Zumindest kommt es mir für einen Bruchteil einer Sekunde so vor. Es könnte aber auch schlicht und ergreifend mein Herz gewesen sein.

In der Lücke zwischen der Glanzmispel-Hecke, die unser Grundstück nach hinten begrenzt und der Bambus-Hecke zur Rechten lugt der blonde Riesendutt unserer Nachbarin Marina hervor.

»Entschuldigt bitte, Bobby wusste nicht, dass ihr, ähm, beschäftigt seid.«

In der Tat scheint Bobby unsere Zweisamkeit nichts auszumachen, denn er findet, ein dritter Teilnehmer unseres Schäferstündchens wäre genau richtig. Mit einem gezielten Sprung landet der fröhlich bellende Kleine Münsterländer auf meinem Schoß und leckt freudig quer über Björns Wange, der ihn lachend abwehrt. Dabei komme ich in den haarigen Genuss von Bobbys Schwanz, der überall gleichzeitig bei mir hinschlägt, bevorzugt ins Gesicht.

Da Björn und ich nun gesittet nicht mehr Lippen an Lippen kleben, scheint sich Marina ebenfalls eingeladen zu fühlen und spaziert auf uns zu.

»Darf ich?« Sie weist auf einen der beiden Korbstühle vor der Hängematte und lässt sich, ohne die Antwort abzuwarten, darauf plumpsen.

»Ulli und ich kommen gerade vom Pflanzfest am Holstentor. Du meine Güte, war das voll dort! Ich sage euch, Lübeck platzt aus allen Nähten.«

So elegant es eben bei einem schwingenden Untergrund geht, erhebe ich mich aus der Hängematte und setze mich Marina gegenüber in den Korbstuhl.

»Ihr habt aber auch immerzu Unternehmungen. Ich würde nie auf die Idee kommen, an einem Feiertagswochenende in die Altstadt zu spazieren.«

Marina winkt nonchalant mit der Hand ab. »Du weißt ja, Rentner haben niemals Zeit.«

»Daran halten sich Ulli und du ja strikt.«

Auch Björn schält sich nun aus der Hängematte, gefolgt von einem schwanzwedelnden Bobby, der auf Action hofft. Nicht selten jagen die beiden über die Felder, einer schneller als der andere. Ich habe es nicht so mit dem Rennen, auch wenn ich das vor meinen Patienten niemals zugeben würde, denn als Physiotherapeutin muss ich auf mein Rollenvorbild achten. Allerdings nur, solange ich beobachtet werde.

»Heute nicht, mein Junge«, enttäuscht Björn den hyperaktiven Hund und greift zu seinem Spaten, um das Tulpenbeet hinter dem Walnussbaum in ein Levkojenbeet zu verwandeln.

»Björn, du machst gerade Gartenarbeit?« Marina betrachtet ihn mit schräg geneigtem Kopf.

»Jaaa«, bestätigt dieser gedehnt das Offensichtliche.

»Ulli und ich haben da ein paar ganz famose Hortensien gekauft. Und Rhododendren. Und einen kanadischen Flieder. Und wir dachten, dass du vielleicht mal Lust hast, dir die anzusehen, weil naja, du weißt ja, mein Daumen …«

»… ist je nach Bedarf knallpink, quietschgelb oder himmelblau, nur nicht grün«, beende ich den Satz.

Wieso kaufen die beiden immer Unmengen von Pflanzen und wissen dann nicht, was sie damit anfangen sollen? Mittlerweile platzt der Garten unserer Nachbarn aus allen Beeten. Ihre Astilben blühen sogar schon bei uns, in Ermangelung eines schattigen Plätzchens bei ihnen.

Was Marina und Ulli wohl für ein Hobby erwählt hätten, wenn sie nicht Björn als ihren Privatgärtner zum Nachbarn hätten? Kochen wäre nett. Ich sehe Marina vor mir, wie sie Tonnen von Lebensmitteln zu ihrem nachbarlichen Privatkoch schleppt und dann daraus etwas Leckeres für sich und ihren Ulli gekocht bekommt. Oder sich frisieren. Die beiden umtriebigen Rentner hätten dann vielleicht jeden Tag eine neue Frisur, exklusiv von ihrem Privatfrisör.

»Ein kanadischer Flieder?« Björns Blick verliert seinen Fokus und wirkt glasig und ich weiß, dass Marina gewonnen hat und ich meinen Freund – nein, Verlobten – den Rest des Wochenendes nicht mehr wiedersehen werde.

Marina sieht das genauso und springt – für knapp siebzig Jahre – erstaunlich wendig aus dem Korbstuhl auf.

»Prima. Ich habe noch ein paar Erdbeeren im Kühlschrank, die packe ich uns auf einen Tortenboden, dann hast du auch etwas Gutes nach der ganzen Pflanzerei.«

»Aber wir werden heiraten!«, rufe ich Marina zu, als Björn sich zu mir herabbeugt, um sich mit einem Kuss von mir zu verabschieden.

Sie bleibt mitten in der Bewegung stehen. »Nein!«

»Doch!«

»Na das wurde aber auch Zeit, meine Lieben!« Marina läuft zu uns zurück, zieht mich schwungvoll aus dem Korbsessel und umarmt mich und Björn abwechselnd. Bobby springt dabei um uns herum, als hätte er einen überdimensionalen Flummi verschluckt.

»Ulli und ich haben ja nicht so lange gezögert. Wir kannten uns drei Monate, da wusste ich schon, er oder keiner und habe ihn gefragt, ob er mich nicht endlich fragen möchte, ob ich ihn heirate.«

»Ihr wart erst drei Monate ein Paar, da habt ihr euch gleich verlobt?«

Das ist ja schon fast fahrlässig!

»Oh nein! Wir kannten uns beim Antrag drei Monate, ein Paar waren wir zu diesem Zeitpunkt seit fünf Wochen. Und nun schau nicht so pikiert. Der Richtige ist der Richtige, ob nach fünf Monaten oder nach fünf Jahren.«

Oder nach mehr als fünfzehn Jahren, wie in meinem Fall. Aber das spielt doch keine Rolle, oder?

»Wie auch immer, ihr müsst heute gebührend gefeiert werden.« Energisch schiebt mich Marina in Richtung Haus. »Du besorgst jetzt beim Bäcker Widekind einen anständigen Kuchen und ich hole uns aus dem Keller den perfekten Champagner für diese Gelegenheit. Und du«, wendet sie sich an Björn, »kümmerst dich solange um die Pflanzen.«

Damit klatscht Marina in die Hände und rauscht mit Bobby in ihrem Fahrwasser durch unseren Garten zur Hecke.

Als sie nicht mehr zu sehen ist, kuschele ich mich eng an Björn.

»Wir können jetzt da weitermachen, wo wir vorhin aufgehört haben«, murmele ich an seinem Hals. »Bis Marina Ulli alles erzählt hat und dann die Champagnerflasche sucht, können Stunden vergehen.«

»Aber der Flieder!« Mit aufgerissenen Augen schiebt mich Björn ein Stück von sich weg. »Der muss schnellstmöglich eingepflanzt werden. Und auch die Hortensien und der Rhododendron sollten nicht allzu lange außerhalb der Erde herumstehen. Wer weiß, was sie schon alles hinter sich haben.«

Oh ja, die armen, armen Pflanzen. Ehe mir eine angemessen tröstende Erwiderung einfällt, küsst mich Björn auf die Wange und eilt in den Nachbargarten. Wenigstens gibt es dort keine fremden Kirschen, in Form einer schönen Nachbarin, von der er naschen könnte. Dabei wünsche ich mir wirklich, Björn würde wieder mehr an mir naschen.

Aber einen kleinen Trost habe ich jetzt immerhin, bald wird es eine Hochzeitsnacht für uns geben und somit eine ganze Menge zu naschen.

L wie Langeweile

Gut gefüllte Teller mit leckerem Essen, übersprudelnde Gläser mit Champagner und ein DJ in 1-a-Qualität mit sexy tiefer Männerstimme, der eintönige Schlagerrhythmen vor der ersten Note eliminiert – und Langeweile ist kein Thema auf der Hochzeitsfeier.

Hand_vor_Mund

Kapitel 2
Liebe

»Auf Wiedersehen, Frau Baumert. Viele Grüße an Ihren Mann und er soll nicht nur an seine Übungen für seinen Rücken denken, sondern sie auch regelmäßig machen.« Zuvorkommend halte ich meiner Patientin die Tür auf, um sie zu verabschieden.

Die winkt schnaufend ab. »Ach Fräulein Wallin, Sie kennen meinen Sturschädel ja, bei dem ist es auch regelmäßig, wenn er sich einmal im Monat über die Übungen beschwert, die Sie ihm aufgeben.«

»Dann schicken Sie ihn mal wieder zu mir, ich wasche ihm dann tüchtig den sturen Kopf. Sie wissen ja, ich habe da so meine Methoden.«

»Fräulein Wallin, Sie sind viel zu nett, um jemandem den Kopf zu waschen, aber immerhin schnurrt mein Wilfried für eine Weile, wenn er in den Genuss Ihrer Methoden gekommen ist. Also, ich nehme Sie beim Wort. Bis nächste Woche dann.« Gemächlich trippelt Verena Baumert auf ihren kurzen Beinen den Kiesweg entlang bis zum Gartentor und winkt mir noch einmal zu. Ich zögere einen Moment, wieder hineinzugehen, denn die Sonne scheint mir warm ins Gesicht, ein Eichhörnchen springt gerade zwischen den Haselnusssträuchern umher und es duftet süß nach frischen Croissants aus der Bäckerei schräg gegenüber.

Lächelnd beobachte ich eine Horde Kindergartenkinder, die von Straßenlaterne zu Straßenlaterne sausen. Ich liebe meine Physiotherapiepraxis hier am Rand von Moisling, in Radelnähe zu meinem Haus und all die wunderbaren Patienten, die mir Tag für Tag ihr Vertrauen schenken.

Schon als Kind ließ ich meinen Puppen diverse Behandlungen zuteilwerden, die in ersten Ansätzen durchaus physiotherapeutisches Geschick erkennen ließen. Manches Mal neigte ich zu Überdehnungen der Puppenextremitäten bis hin zum Totalverlust, was mir aber die letzten Jahre dank eifrigen Übens nun nicht mehr passiert ist. Alle meine Patienten gehen mit all ihren Gliedmaßen wieder heim. Und im besten Fall fühlen sie sich noch besser als vorher.

»Na Schwesterchen, nichts zu tun?«

Mit einem melodiösen Quietschen schließt meine Schwester Nora das Gartentor hinter sich und watschelt auf mich zu.

»Ich warte auf meine Patientin.« Demonstrativ sehe ich auf die nicht vorhandene Armbanduhr an meinem Handgelenk. »Die ganze sieben Minuten zu spät zum vereinbarten Termin erscheint. Tja, da muss ich wohl extra kräftig zupacken, um schneller an die schmerzende Stelle zu gelangen.«

Nora umarmt mich und drückt sich dann die Hände in den Rücken, wobei sich ihr imposanter Bauch eindrucksvoll nach vorn kugelt. »Mach du nur deine Scherzchen, mein Rücken bringt mich um.«

Tröstend lege ich einen Arm um ihre Schultern. »Ich versuche es heute noch einmal an einer anderen Stelle, dann sollte es wirklich endlich besser werden. Und es kann nicht schaden, wenn ich gleich auch ein ernstes Wort mit Klein-Mäxchen hier drin rede.« Damit stupse ich einen Finger in den Schwangerenbauch meiner Schwester und ziehe sie mit mir hinein in die Praxis.

Seufzend wischt sich Nora über die Stirn. »Schön kühl hast du es hier drin. Diese Hitze zurzeit nervt mich total, ich schwitze ständig wie ein Walross.«

»Schwitzen Walrösser überhaupt?« Aus einer Karaffe schenke ich meiner Schwester ein Glas Wasser ein und reiche es ihr.

Doch anstatt es zu trinken, rollt sie es sich erst einmal über die Stirn. Das Wasser, das dabei überschwappt, zischt regelrecht auf ihren Wangen.

»Mir egal. Ich schwitze und ich fühle mich wie ein Walross, ergo bin ich ein schwitzendes Walross.«

»Na dann, schieb deinen Walrosskörper in das orangefarbene Zimmer und mache es dir auf dem Massagestuhl bequem.«

Mit einem Zug trinkt Nora das Glas leer und reicht es mir zurück. »Du meinst wohl eher den Folterstuhl. Im Übrigen solltest du es dir verkneifen, deine Patienten in ihrer Gegenwart als Walrösser zu bezeichnen.«

Ich grinse sie über das leere Glas hinweg an. »Wird gemacht, dann warte ich halt, bis du im Zimmer bist. Und vergiss nicht, die Tür zu schließen, damit du mich nicht hörst.«

Den Balu-Song summend, wasche ich mir die Hände und hole dann aus meiner Schatzkammer noch ein ganz besonderes Massageöl für meine geplagte Schwester.

Diese hat es sich bereits auf dem Massagestuhl bequem gemacht, oder besser, sie versucht es. Unglaublich, dass in ihrem Bauch ein kleiner Mensch heranwächst – und noch unglaublicher ist es, dass das noch vier Monate so weitergehen soll, sie platzt ja quasi jetzt schon aus ihrer Haut.

Um meiner Schwester etwas Gutes zu tun, starte ich behutsam mit einer entspannenden Wohlfühlmassage. Diese würde zwar nicht ihre argen Rückenschmerzen beseitigen, wohl aber ein paar der Kratzer auf ihrem Wohlbefinden.

Es ist deutlich zu spüren, wie sich Nora unter meinen warmen Händen entspannt und sie weicher und lockerer wird. Ich habe schon fast Skrupel, gleich die notwendigen Handgriffe in Angriff zu nehmen, die ihre Schmerzen an der Wurzel packen sollen.

Ein wenig Ablenkung wäre doch jetzt sicherlich hilfreich. »Ich habe nachher noch eine Überraschung für dich.«

»Du willst mich doch bloß ablenken, weil du mir gleich wehtun wirst«, brummelt meine Schwester gedämpft von unten.

»Auch«, lache ich. »Aber ich habe wirklich eine Überraschung. Rate mal. Aber du wirst sowieso nicht darauf kommen.«

»Du hast endlich mal einen Friseur gefunden, der dir eine coole Haarfarbe verpasst?«

»Ha, ha, ha! Mein blondes Haar gefällt mir ausgezeichnet.«

»Du bist nicht blond! Du bist braunhaarig.«

»Dunkelblond.« Das ist das allerletzte Zugeständnis in der Haarfarbeskala meinerseits.

»Hellbraun.«

Braunhaarig! Ich und braunhaarig! Mit dem Daumen drücke ich ein wenig tiefer unter das rechte Schulterblatt meiner Schwester als ich müsste, aber ihr Quieken ist es mir wert. »Rate weiter.«

Leider bekomme ich nur ein Knurren zur Antwort und beschließe, sie einfach leiden zu lassen und mich ruhig und bestimmt auf meine Arbeit zu konzentrieren.

Nach zwanzig Minuten habe ich – und vor allem Nora – es geschafft und ich gebe ihr einen aufmunternden Klaps auf den Po.

»Fertig. Richte dich mal bitte langsam auf.«

Vorsichtig folgt sie meiner Bitte und dehnt sich behutsam den Rücken. Für einen Moment schließt sie die Augen und seufzt leise. »Herrlich Ineke, vielen Dank, du bist die Beste.«

Sehr schön, das war mein Ziel. »Ich hoffe sehr, dass das jetzt auch eine Weile anhält und wir sollten diese Massage unbedingt Anfang nächster Woche wiederholen, wenn bis dahin alles so ruhig bleibt.«

»Auf jeden Fall. Ich mache alles, was du mir sagst, Hauptsache du befreist mich von diesen vermaledeiten Rückenschmerzen. Auch wenn du ganz schön grob warst.«

Kopfschüttelnd reiche ich Nora ihre Bluse. »Ich war nicht gröber zu dir, als du damals in der Grundschule, als du mit mir Friseur gespielt hast und mir die Haare abgeschnitten hast. Mit einer echten Schere!«

»Das hat nicht wehgetan, ich habe dich nur einmal ganz kurz am Ohr geschrammt.«

»Das meine ich auch nicht, obwohl das auch ziemlich gepuckert hat. Aber die psychischen Schmerzen meiner Kurzhaarfrisur, die haben mich leiden lassen. Meine schönen Haare sind nie wieder so lang geworden wie damals.«

Nora zieht leicht an meinem geflochtenen Mini-Zopf, für den ich die Haarsträhnen lediglich dreimal miteinander verschlingen muss, um am Ende anzulangen.

»Du und deine Haare, das ist echt ein Buch für sich. Aber wie auch immer, deine Haarschmerzen sind gerade nichts gegen meine Massageschmerzen.«

Eindrucksvoll ziehe ich eine Schnute und sehe sie augenklimpernd an. »Oh du tapferes Mäuschen. Dafür hast du dir jetzt eine Belohnung verdient.«

»Genau das wollte ich hören. Wo versteckst du deine obligatorische Gummibärchentüte heute?«

Schlagartig wird mir sehr heiß und ich drehe mich von Nora weg, um die Handtücher von dem Massagestuhl zu nehmen und zusammenzulegen. Doch nicht umsonst ist meine Schwester seit dreiunddreißig Jahren meine Schwester.

»Du hast heute schon eine ganze Tüte Gummibärchen aufgefuttert! Es ist gerade mal mittags!«

Langsam klemme ich den Haken mit Noras Fachnummer an die Handtücher und lege sie zurück in das Regal. Ach, das Massageöl muss ich auch noch zurückräumen.

»Ja ja, laufe du nur davon«, ruft mir meine Schwester hinterher, was mich dazu veranlasst, mir extra viel Zeit beim Wegräumen zu nehmen.

»So, können wir? Meine Mittagspause startet genau jetzt. Wie wäre es mit der Salatbar hinten am Hellkamp?« Als hätte es unser Gummibärchengespräch nicht gegeben, biete ich Nora den Arm an und gemeinsam verlassen wir die Praxis in Richtung Mittagessen.

 

»Und? Was ist nun deine große Überraschung?«

Mit ausgestreckten Beinen sitzen Nora und ich auf einer Parkbank mit Blick in Richtung der Felder. Zwischen uns thronen diverse Schüsseln mit Salatvariationen von A wie Avocado bis Z wie Zwiebel, die wir jedoch beide verschmähen. Dafür ist das S wie Schinken am schnellsten aufgegessen.

Um dem feierlichen Moment gerecht zu werden, stelle ich den Teller in meinen Händen ebenfalls auf die Bank zwischen uns und sehe Nora direkt an, dann hole ich tief Luft. »Björn und ich werden heiraten.«

»Nein!«

»Doch!« Hatte ich exakt diesen Dialog nicht schon vor vier Tagen?

»Das nenne ich in der Tat mal eine Überraschung.« Sich nicht der Gabel mit aufgespießten Gurkenstückchen in ihrer erhobenen Hand bewusst, lehnt sich Nora über die Salate zwischen uns, um mich zu umarmen. Da klatscht mir auch schon ein Stück Gurke auf den Rücken.

Lachend klaubt Nora die Gurke von meinem Rücken und steckt sie sich in den Mund. »Ineke, ich freue mich echt für euch.«

»Aber?«, frage ich vorsichtig nach, denn irgendwie hört sich ihr Satz an, als würde ein Nebensatz fehlen. Ein wichtiger Nebensatz.

Sie schüttelt jedoch vehement den Kopf. »Nichts aber. Es ist nur, ihr seid irgendwie schon immer zusammen und von Heiraten war in all den Jahren nie die Rede und so.«

Nun gut, kein Aber, dafür aber ein Nur.

»Das ist doch kein Grund, nicht zu heiraten.«

Nora räumt die Schalen zwischen uns zur Seite und rutscht näher zu mir heran. »Das sage ich ja auch gar nicht, es kommt nur wirklich sehr überraschend. Aber es ist toll! Wirklich. Und ich hoffe doch sehr, dass ich deine Brautjungfer sein darf, so wie du damals bei mir.«

»Das wäre schön und das Praktische daran wäre, dass wir einfach nur unsere Kleider tauschen müssten.«

Nora runzelt die Stirn und neigt ihren Kopf. »Du willst mein Brautkleid tragen?«

»Sicher, wir haben doch die gleiche Größe und dein Kleid ist fantastisch, wozu sollte ich mir ein eigenes kaufen, wenn deines genau das richtige Kleid ist.« Wobei Nora mein Trauzeuginnen-Kleid in ihrer jetzigen Form nicht passen dürfte.

»Ich warte noch immer auf dein April April.«

Doch ich zucke nur mit den Schultern. Ich finde die Idee mit dem Kleidertausch genial, zumindest dass ich Noras Kleid bekomme, anders herum müssen wir sehen, wie wir das hinbekommen. Oder wir warten einfach mit der Hochzeit, bis sie ihren aktuellen Walrossstatus wieder in ihr übliches Reh getauscht hat.

Irgendwie habe ich mir diesen besonderen Moment mit meiner Schwester anders vorgestellt und um wenigstens noch ein Stückchen von dem Bild zu retten, umarme ich sie stürmisch. »Du wirst sehen, es wird eine denkwürdige Hochzeit!«

»Die Denkwürdigste, Ineke. Dafür wirst du bestimmt persönlich sorgen.«

 

 

I wie Ich

Die Hauptperson am Tag der Hochzeit?
Selbstverständlich Ich, die Braut.

Zwinker

Kapitel 3
Immerhin

»Hi, ich habe es heute früher geschafft.«

Björns Stimme hallt durch den Flur unseres Hauses zu mir in die große Essküche, wo ich gerade den Tisch für uns Zwei decke. Ich lege den Pizzaschneider neben den noch leeren Servierteller mit der kitschigsten aller italienischen Landschaftsmalereien und blicke zur Uhr. Es ist fünf Minuten vor sieben. Mir wäre es nicht unbedingt aufgefallen, dass Björn heute früher zu Hause ist. Ganze fünf Minuten früher!

Ich höre Björns Hausschlüssel am Haken neben der Eingangstür klappern, im kleinen Bad rauscht das Wasser, während er sich die Hände und anschließend prustend das Gesicht wäscht. Kurz darauf kommt er zusammen mit den zwei Mittwochs-Pizzakartons zu mir in die Küche, wo mich der würzige Duft der Prosciutto-Pizzen kurz zuvor schon erreicht hat.

Mit den Kartons im Arm umarmt mich Björn und drückt mir ein Küsschen auf die Schläfe. »Wie war es mit deiner Schwester?«

Ich nehme Björn die Kartons ab und stelle sie auf den Tisch, um die Pizza darin aufzuschneiden.

»Gut. Sie war zwar etwas überrascht, dass wir heiraten wollen, aber sie freut sich. Und das Beste ist, ich kann ihr Brautkleid haben.«

»Das nenne ich eine entschlossene Braut.« Anerkennend nickend setzt sich Björn auf seinen Stammplatz an der Stirnseite des Tisches und reicht mir den Teller, damit ich zwei Stück Pizza darauflege. »Meinst du, ich kann für unsere Hochzeit meinen Anzug nehmen, den ich bei Nora und Torbens Hochzeit anhatte? Den habe ich seitdem nur einmal wieder getragen.«

»Sicher. Wenn du noch hineinpasst.« Damit nehme ich ein Stück Pizza von seinem Teller und lege es auf meinen.

Entsetzt sieht er mich an. Mein Scherz scheint sein Ziel um mindestens hundert Prozent zu verfehlen. Schnell gebe ich ihm das entwendete Pizzastück zurück. »Das war ein Witz! Komm schon, du passt bestimmt noch in deine Konfirmandenhose von vor zwanzig Jahren.«

Mühsam schluckt Björn meinen Scherz hinunter und erholt sich nur langsam von dem Angriff auf seine schlanke Linie. So empfindlich kenne ich ihn gar nicht.

»Was hältst du von einem netten Glas Wein zur Pizza heute? Immerhin haben wir etwas zu feiern.« Von meiner Idee begeistert, erhebe ich mich, um in den Keller zu gehen und einen schönen Roten auszusuchen. Wobei mir in der Regel zwei Fingerhüte voll genügen, denn bei mehr schlafe ich rundweg ein.

Björn lässt das Pizzastück sinken, von dem er eben abbeißen wollte. »Wir trinken nie Wein unter der Woche. Außerdem muss ich nachher noch rüber zu Ulli und Marina und nach dem Flieder sehen, da brauche ich unbedingt einen klaren Kopf.«

Sicher, ein Glas Wein trübt natürlich den Blick für den perfekten kanadischen Flieder. Dann bleiben wir halt bei unserem naturtrüben Apfelsaft. Ich setze mich zurück und schweigend verspeisen wir die erste Pizza. Der sahnige Mozzarella umschmeichelt den würzigen San-Daniele-Schinken. Er ist wie ein Gedicht in meinem Mund und jeder Bissen ein Hochgenuss.

Die Hälfte der zweiten Pizza lege ich in den Kühlschrank, da Björn sich diese morgen als Mittagessen mit auf die Arbeit nehmen wird. Die andere Hälfte teile ich zwischen Björn und mir auf. Zufrieden lächelnd schneidet er sich sein Stück in kleine Teile, während ich meines mit den Fingern esse.

»Wollen wir die Hochzeit nicht gleich weiter planen, wenn das mit unserer Kleidung schon so gut funktioniert?«

Ich nicke, den Mund voller köstlicher Pizza.

Björn steht auf, wäscht sich die Hände und holt sich einen Block und einen Bleistift aus der Schublade neben dem Kühlschrank.

»Grundsätzlich sollten wir klären, ob wir eine große oder eher eine kleinere Hochzeit möchten.« Den Stift schreibbereit über dem Block, sieht er mich an.

»Klein«, mümmele ich, denn ich kann bei dieser Pizza nicht aufhören zu essen, bis sie alle ist. Manchmal muss nachts sogar das Stück daran glauben, welches Björn für sein Mittagessen hält und dann nicht mehr findet.

»Prima, das denke ich auch. Unsere Familien und engsten Freunde also.«

Björn notiert sich unsere Entscheidung und schreibt einen dritten Punkt darunter. »Standesamtlich nehme ich an? Ohne kirchliche Trauung?«

Für einen Moment zögere ich, denn ich sehe mich in einem Traum aus einem schwanenweißen Prinzessinnenkleid den Dom zu Lübeck entlangschreiten. Dieses Kleid ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem schlichten, eleganten Kleid, welches ich mir von Nora leihen werde.

»Standesamt passt perfekt.«

»Gut«, murmelt Björn und der dritte Haken landet auf den Notizen, zusammen mit einem vierten Punkt. »Ich würde zu gern in unserem Garten feiern. Wir könnten im hinteren Teil einen Pavillon aufbauen, den wir mit Wildrosen umranken.«

»Das hört sich nach ziemlich viel Arbeit an«, werfe ich ein. Ungern möchte ich an meinem Hochzeitstag mit Schürze über meinem Brautkleid Horsd’œuvres reichen.

»Wie wäre es im Wolkenlos, quasi direkt über der Ostsee zu feiern? Das wäre vom Dom zu Lübeck aus auch nicht so viel weiter als zu uns.«

Björn schaut quer über den Tisch zu mir und runzelt die Stirn. »Dom zu Lübeck? Ich denke wir heiraten standesamtlich? Und zum Wolkenlos ist es etwa doppelt so weit, nur so nebenbei.«

Nun runzele ich ebenfalls die Stirn. »Habe ich Dom gesagt? Ich meine natürlich Standesamt.«

»Unser großartiger Garten ist ideal für unsere Hochzeit, Ineke.«

Björn legt den Bleistift weg und seine beiden Hände auf meine. »Überleg nur, in welcher Pracht unser Garten im August blühen wird. Gladiolen, Sonnenblumen, Astern, Rittersporn, Schleierkraut, Prachtkerzen und vor allem die Sonnenbraut. Und du als meine Braut, die Krönung mittendrin.«

»Hört sich an, als hättest du unseren Garten schon perfekt durchgeplant.«

»Aber selbstverständlich. Du kennst mich doch. Sehr schön, dann haben wir das auch geklärt.«

Björn küsst meine Hände, ehe er wieder zum Bleistift greift und an unserer Hochzeitsliste weiterbastelt. »Das Catering ist ohnehin klar, dafür kommt nur Paolos infrage, oder?«

Nun ja, mir fiele da spontan erneut das Wolkenlos ein oder auch der Winkler Hof mit seinen köstlichen Mini-Varianten von allerlei Spezialitäten wie Wiener Schnitzel oder Ungarischem Gulasch. Doch als ich mir das letzte Stück meiner Prosciutto-Pizza in den Mund schiebe, fällt mir eigentlich kein Argument gegen das Paolos ein.

»Aber die Torte lassen wir von der Bäckerei Widekind backen.«

Björn hält mit dem Schreiben inne. »Nicht Paolos Tiramisu-Torte?«

Ich schüttele vehement den Kopf. »Gern jeden Montagabend als Dessert, doch zur Hochzeit möchte ich eine ganz klassische Torte mit mindestens drei Böden und vier verschiedenen Cremes! Und Zuckerrosen, die sich darum herum ranken.«

»Vielleicht noch eine Braut und einen Bräutigam aus Marzipan obendrauf?«

Mit den Fingern schnipsend zeige ich auf Björn. »Perfekt.«

Seufzend landet auch diese Entscheidung auf der Liste. »Okay, ich fasse zusammen: eine kleine, standesamtliche Hochzeit, wir feiern in unserem Garten, Paolos liefert das Essen und Widekind die Torte. Wir haben ein Hochzeitskleid und einen Anzug und um die Blumen kümmere selbstverständlich ich mich.« Björn lächelt mich zärtlich an. »Und du bekommst den wundervollsten Brautstrauß, den je eine Braut zum Altar tragen durfte, denn du wirst die wundervollste Braut sein, die ich mir nur vorstellen kann.«

Gerührt stehe ich auf und setze mich auf Björns Schoß. »Ich freue mich.«

Für eine Weile schmusen wir ausgiebig und ich hoffe gerade auf mehr, wobei dieses Mehr sich aus meinen Gedanken als ein verruchter Quickie auf unserem anständigen Küchentisch erhebt. Doch auf einmal löst Björn unseren Kuss und mein Verlangen wallt einsam heiß in meinem Körper weiter.

»Wir haben noch einen wichtigen Punkt vergessen«, lacht er mich an.

»Was für einen Punkt?«, hauche ich an Björns Lippen. Dass der Tisch nach dem Essen noch nicht abgewischt ist? Das macht mir nichts, ganz im Gegenteil, das finde ich noch viel dekadenter.

Björn schiebt mich von seinem Schoß, steht auf und geht zu dem blau-weiß gestreiften Kalender neben der Küchentür. »Wir haben noch keinen Termin.«

Ich brauche im Augenblick keinen Termin! Denn mein Herz pocht jetzt wie wild – und das nicht nur in meiner Brust.

»Für den Garten brauche ich etwa sechs Wochen«, murmelt Björn und blättert in dem Kalender herum. »Das Essen sollte kein Problem sein, Kleid und Anzug auch nicht. Was hältst du vom dreizehnten August?«

Urplötzlich weicht die Hitze aus meinem Körper und mir krabbelt eine Gänsehaut den Rücken hinauf. Ist das der Kalender von diesem Jahr?

»In drei Monaten?«

»Ist es dir zu lang bis dahin?«

Noch vor einer Woche war ich einfach Björns Freundin, wie schon seit siebzehn Jahren, und nun soll ich in drei Monaten bereits seine Frau sein? Was spricht denn gegen ein, zwei Jahre Verlobungszeit?

Oh, ich sehe, was dagegen spricht: Björns erwartungsvolles Gesicht. Seine Augen leuchten vor Vorfreude und er schaut mich so lieb an, dass eigentlich auch nichts gegen eine Spontantrauung spricht. Ich räuspere kurz die Kröte in meinem Hals weg.

»Der Termin hört sich genau richtig an. Lass uns am dreizehnten August heiraten.«

Björn malt mit dem grünen Buntstift, der neben dem Kalender hängt und für unsere gemeinsamen Termine bestimmt ist, ein dickes X in den Kalender. »Sehr gut. Dann erstelle ich nachher die Einladungen und lasse sie morgen von Agnes ausdrucken, dann können wir sie am Wochenende abschicken. Hast du morgen Zeit, den Termin beim Standesamt zu reservieren?«

Ich stelle mich neben Björn und betrachte unser dickes grünes Hochzeits-X. »Sicher, die nehme ich mir.«

Schwungvoll legt Björn einen Arm um mich und drückt mich fest an sich. »Und da sage mir noch einer, eine Hochzeit zu planen, wäre solch ein Stress. Manche Paare sollen sich deswegen sogar bis zur Trennung in die Haare kriegen! Für uns war das doch simpel, oder?«

Irgendwie schon, ja. Zwar nagt an mir das dumpfe Gefühl, etwas vergessen zu haben, aber das ist vermutlich nur die Aufregung.

Oder?

 

 

T wie Tränen

Wasserfeste Mascara an diesem Tag ist ein Muss, denn egal ob Tränen der Rührung oder Tränen des Frusts, diese werden fließen.
Also, stets ein Päckchen extra reißfeste Taschentücher in den Falten des Kleides verbergen.

Besorgt

Kapitel 4
Tee

»Ihr seid ja schon da.«

Meine Mutter sieht so unschuldig aus, wie der Satz klingen würde, wenn sie eine halbe Stunde zu früh zu unserer Verabredung erschienen wäre. Doch sie ist so ziemlich genau eine halbe Stunde zu spät.

Nora und ich genießen bereits unsere zweite Tasse Tee, wobei ich lange zwischen Lübecker Rosengeflüster und Weißer Kirschblüte schwankte. Für meine Schwester bleibt es selbstverständlich beim Moin-Moin-Kräutertee, den sie sich auch nachts literweise gönnt.

»Wie geht es euch? Alles gut mit dem Baby? Und dein Rücken? War Gerda schon bei dir zur Massage? Konntest du ihr helfen? Ihr Knie muss ja wirklich schrecklich wehtun. Hast du dich mittlerweile entschieden, wo du niederkommen möchtest, mein Schatz? Apropos niederkommen, euer Vater lässt sich entschuldigen, er liegt mit einem Hexenschuss danieder.«

Meine Mutter hat tatsächlich noch die Energie, während ihres Redeschwalls bei dem Wort Hexenschuss Anführungsstriche in die Luft zu zeichnen. »Was haltet ihr davon, wenn wir nachher noch ins Kino gehen? Ich brauche wirklich mal wieder ordentlich Menschen um mich herum. Dänemark war wieder grandios, aber doch recht einsam, so allein mit eurem Vater. Das Ferienhaus von Björns Eltern könnte nicht schöner sein, aber dass er sich da als Jugendlicher nicht vor Langeweile im Sand eingegraben hat, ist mir ein Rätsel.«

Entspannt lächelnd setzt sich meine Mutter in ihrem Stuhl zurück, während sie von dem Kellner ihr übliches Teegedeck, bestehend aus der Alt Lübecker Mischung, einem Kännchen Sahne und einem Blaubeermuffin serviert bekommt. »Und? Bei euch so?«

Nora und ich sehen uns an. Nach jahrelangem Training wissen wir genau, wie wir unserer Mutter zu lauschen haben, um all ihre Fragen und Gesprächsandeutungen schnellstmöglich zu erfassen und in die richtigen Zusammenhänge zu bringen. Doch heute ruckelt und zappelt meine Neuigkeit in mir und will unbedingt heraus.

Nora nickt mir aufmunternd zu.

»Björn und ich werden heiraten! Am dreizehnten August, im Lübecker Standesamt. Und feiern werden wir bei uns im Garten, mit einer Torte von Widekind

»Nein!«

»Doch!« So langsam finde ich Gefallen an diesem Dialog.

»Oh, mein Mädchen.« Mit Tränen in den Augen steht meine Mutter auf und ich erhebe mich ebenfalls, um ihre mütterlichen Glückwünsche in Empfang zu nehmen. »Mein Küken begibt sich endlich unter die Haube.«

Nora räuspert sich und grinst uns an. »Na hört mal, ich bin zwei Jahre jünger als Ineke, damit bin ich hier ja wohl das Küken.«

Nach einem Dutzend Umarmungen und Küssen setzen wir uns alle wieder hin und meine Mutter lässt sich bis ins winzigste Detail Björns Antrag nacherzählen und auch, welche Pläne wir bereits geschmiedet haben.

»Wie schade, dass Papa heute nicht mitkommen konnte«, schließe ich seufzend meine Ausführungen. »Vielleicht sollte ich nachher mit dir nach Hause fahren und mir seinen Rücken mal ansehen.«

Meine Mutter winkt ab. »Dein Vater hat nur einen seiner Hexenschüsse, ihr wisst schon, die, die ganz viel Aufmerksamkeit brauchen. Dem alten Brummbären war die Fahrt zurück von Skagen einfach zu lang, da musste er sich etwas einfallen lassen.«

»Na ja, aber wenn es diese Mal wirklich etwas Ernstes ist?« Nachdenklich puste ich in meinen hellgoldenen Tee.

»Glaube mir, mein Schatz, ihm geht es überraschend gut, wenn er sich unbeobachtet fühlt.«

Nora setzt sich schwerfällig auf ihrem Stuhl um und wackelt dabei mit dem Zeigefinger. »Spionierst du ihm etwa nach?«

»Ach Kinders, wenn ihr erst einmal so lange verheiratet seid wie ich, braucht ihr euren Herren überhaupt nicht hinterherzuspionieren. Die präsentieren euch alles auf dem Silbertablett, ob ihr es nun wissen – oder gar sehen – wollt oder nicht.« Für einen Moment verwischt das Lächeln im Gesicht meiner Mutter.

Leise klirrend stelle ich meine Teetasse zurück auf den Unterteller. »Alles in Ordnung bei euch?«

»Aber sicher. Es war nur, sagen wir, ein sehr ruhiger Urlaub mit eurem Vater in Dänemark. Wenn nebenan wegen der neuen Surfschule nicht so viel losgewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich angefangen, Spitzendeckchen zu häkeln.«

»Eine Surfschule?«

Als Björn und ich vor zwei Jahren das letzte Mal zu Weihnachten im Ferienhaus von seinen Eltern waren, war bei den Nachbarn von einer Surfschule noch keine Rede.

»Die Tochter ist für ein Sabbatical zurückgekommen, während Eva und Wigand auf Weltreise gehen. Könnt ihr das fassen? Das wäre schon was …«

Für meine Mutter wäre das sicherlich etwas, aber für meinen Ich-mache-das-immer-so-Vater vermutlich eher nicht.

»Lebt die Tochter nicht schon seit Ewigkeiten in Australien?«, hake ich nach.

Meine Mutter nickt und zuckt gleichzeitig mit den Schultern. »Das macht doch nichts. Deswegen kann sie sich doch trotzdem ein Jahr Auszeit in Dänemark nehmen. So ein entspannter Aussie zu sein, ist bestimmt auch nicht immer leicht.«

»Na, du kennst dich ja aus.« Schmunzelnd prostet Nora unserer Mutter zu.

»Wie auch immer, ich denke, ich bin aus dem Alter raus, in dem ich Erholung in der Ruhe suchen muss. Das nächste Mal machen wir eine Kreuzfahrt. Auf einem riesigen Schiff, mit ganz vielen Menschen.«

Nora und ich verziehen synchron den Mund, denn für uns hört es sich eher nach Urlaubshölle an, wertvolle Urlaubstage auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen.

»Weiß das Papa schon?« Interessiert beugt sich Nora nach vorn und wechselt abermals ihre Sitzposition.

Ich mache mir in Gedanken eine Notiz, meiner Schwester beim nächsten Mal ein Steißbeinkissen mitzubringen, vielleicht sitzt sie damit länger als zwei Minuten bequem.

»Ach, das muss ich ihm nur richtig verkaufen. Es reicht in der Regel schon aus, ihn glauben zu machen, es wäre seine Idee.«

Wieder höre ich keine feine Ironie, bei dem, was meine Mutter sagt, dabei sind meine Eltern berühmt dafür. »Ist bei euch wirklich alles in Ordnung?«

Meine Mutter neigt den Kopf zur Seite und sieht mich ernst an. »Inekechen, bei deinem Vater und mir ist alles bestens. Und sollte sich daran etwas ändern, wirst du die Erste sein, die es erfährt.«

Da ist sie wieder, die gute alte Ironie. Doch soll mich das jetzt beruhigen? Wird es in einer jeden Ehe unweigerlich irgendwann so sein? Mann und Frau sind nicht ohneeinander, aber auch nicht mehr so richtig miteinander?

Wo stehen Björn und ich in zehn, zwanzig, dreißig Jahren? Essen wir weiterhin jeden Mittwochabend Pizza? Gern gemeinsam? Mit unseren Kindern? Allein?

Nora dehnt und streckt sich in alle Himmelsrichtungen und schaut dann auf ihre Armbanduhr. »Wir sollten bald mal los. Vivis schließt um vier.«

Mit einem strahlenden Gesicht klatscht meine Mutter in die Hände. »Sagt bloß, wir gehen heute noch Inekes Brautkleid aussuchen!«

Unentschlossen blicke ich auf die Angebotstafel des Teekontors, knapp neben meiner Mutter vorbei, über dem Tresen hinter ihr.

»Wir, also Nora und ich, wir haben schon ein Kleid.«

»Ihr habt schon ein Kleid?«

»Ich meine natürlich, ich habe schon ein Kleid.« Hilfesuchend sehe ich zu Nora, doch die beobachtet gerade hochinteressiert zwei grauhaarige Damen, die Arm in Arm die Teestube betreten. Ich stupse sie dezent mit dem Ellenbogen an. »Noras Kleid steht mir ausgezeichnet, ich muss nur noch ein paar Kleinigkeiten von Madame Vivi anpassen lassen, nicht wahr Schwesterherz?«

 

Das Brautmodengeschäft von Madame Vivi liegt unweit des Budddenbrookhauses, was uns von Travemünde aus leider ziemlich viel Stauzeit kostet. So hetzen wir zehn vor vier in den Laden und sehen uns einer Schar von Kundinnen gegenüber, die einzig und allein im Sinn haben, ein Brautkleid zu kaufen.

Doch Vivienne DeLawi wäre nicht Madame Vivi, wenn sie nicht jede ihrer drei Angestellten, jeden Zentimeter Stoff und jede der einzigartigen Bräute im Griff hätte. Wobei ich aus meinen Akten weiß, dass Madame Vivienne DeLawi in Wirklichkeit Frau Vilma Deller heißt, aber das ist unser Geheimnis. Genauso wie ihr fieser kleiner Hallux valgus, wegen dem sie mich regelmäßig aufsucht.

Madame Vivi führt uns höchstpersönlich in eines der eleganten Separees und serviert uns französisches Mineralwasser.

Mit klopfendem Herzen hänge ich die zartlilafarbene Kleiderhülle, die ich mitgebracht habe, an den Haken zwischen der Tür und dem Paravent. Mühelos gleitet der Reißverschluss auf, als ich ihn öffne und Noras – jetzt mein – enges schlichtes Brautkleid raschelt darin verheißungsvoll.

Wie elegant und erwachsen Nora vor zwei Jahre darin aussah, als sie im Dom zu Lübeck darin auf Torben zuschritt, nur Augen für ihn und dabei hielt sie ihren Brautstrauß aus schneeweißen Maiglöckchen fest an sich gedrückt.

»Wie ich sehe, findet mein Modell Juliette wieder den Weg in meine Boutique. Wie sehr mich das freut. Es ist mir eine Ehre, Ihnen daraus ein ganz eigenes Brautkleid machen zu dürfen, meine liebe Ineke.«

»Wäre es nicht viel reizender, meine Tochter würde sich ein eigenes Brautkleid aussuchen, anstatt das ihrer Schwester zu übernehmen?« Unschlüssig klopft meine Mutter mit den Fingerspitzen an ihr Wasserglas.

Die Madame schlägt theatralisch die Hände vor der Brust zusammen. »Aber nein, sehr verehrte Frau Wallin, das Brautkleid findet immer die Braut und hier hat das Kleid seine Wahl gleich zweimal getroffen. Manche Kleider können sich nicht entscheiden, das ist wie in der Liebe, denn, seien wir ehrlich, wir sind ja hier unter uns, binden wir unser Herz wirklich nur an den einen Mann?«

»Eigentlich schon, ja«, nickt meine Mutter, während sie sich mit mir und Nora auf das cremefarbene Sofa setzt. »Das sollte zumindest der Sinn einer Heirat sein.«

Madame Vivi lacht auf, als wäre sie nicht achtzig, sondern achtzehn Jahre jung. Elegant, mit verschlungenen Beinen, setzt sie sich in den Sessel schräg neben uns und sieht meine Mutter an. »Sie denken ganz sicher nicht mehr, auch heute nicht, so manches Mal an ihre erste Liebe? Den Mann aller Männer?«

Feine Röte überzieht die gebräunten Wangen meiner Mutter und neben mir seufzt Nora, als würde sie in diesem Moment genau an diese erste, sagenhafte Liebe denken. Und so glasig ihr Blick wirkt, ist dies nicht ihr Ehemann Torben. Genau wie bei meiner Mutter, die gerade an viel denkt, aber sicher nicht an meinen hexengeplagten Vater Gustav.

Indigniert richte ich mich gerade auf. »Ich heirate meine erste Liebe.«

Details

Seiten
0
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783960875147
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v438921
Schlagworte
liebe-frauen-roman-tik-s-e-heiter trau-en-ung Hochzeit-s-antrag-versprechen-vorbereitung zweite-chance-blick Tor-schluss-panik große-liebe

Autor

  • Nadin Hardwiger (Autor)

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Titel: Just not married (Chick Lit, Liebe)