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Der härteste Job der Welt

von Markus Winzer (Autor:in)
2019 0 Seiten

Zusammenfassung

Ein Vater über seinen einzigen Ausweg: die Selbstironie

In der Skala der Coolness rangiert nur noch unser Streifenhörnchen Chippy unter mir. Als stolzer Vater von einem pubertierenden Töchterchen hat man es nicht einfach. Die Wahl zwischen stundenlangem Weinkrampf, panikartiger Flucht oder störrischer Blockadehaltung treibt einen an den Rand des Wahnsinns. Was da hilft: Drei Stunden Pokémon oder einfach eine richtig dicke Portion Selbstironie. 4 Geschichten rund um den härtesten Job der Welt.

Über booksnacks

Kennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!

booksnacks – Jede Woche eine neue Story!

Über den Autor

Markus Winzer ist studierter Biologe und hat viele Jahre freiberuflich als Biologe, Journalist und Autor gearbeitet. Den Spaß am Schreiben hat er schon früh entdeckt und dabei immer ein Notizbuch mit sich geführt, in dem er lustige Alltagsszenen notierte, kauzige Menschen portraitierte oder Landschaften beschrieb. All diese Szenen in Geschichten zu verpacken, ergab sich irgendwann wie von selbst.

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Wir möchten dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Aber wir möchten dir vorab ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Dein booksnacks-Team

Über die Kurzgeschichte

In der Skala der Coolness rangiert nur noch unser Streifenhörnchen Chippy unter mir. Als stolzer Vater von einem pubertierenden Töchterchen hat man es nicht einfach. Die Wahl zwischen stundelangem Weinkrampf, panikartiger Flucht oder störrischer Blockadehaltung treibt einen an den Rand des Wahnsinns. Was da hilft: Drei Stunden Pokémon oder einfach eine richtig dicke Portion Selbstironie. 4 Geschichten rund um den härtesten Job der Welt.

Impressum

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Erstausgabe April 2019

Copyright © 2019, booksnacks,
ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten
ISBN: 978-3-96087-653-3

Titel- und Covergestaltung: Stephanie Schlagenhauf
unter Verwendung eines Motivs von
© o_shumilova/shutterstock.com

Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Buches sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Der härteste Job der Welt



Markus Winzer

Der Griff ins Klo ist Mamasache

Das in Nord-Amerika lebende Gemeine Streifenhörnchen kommt in Europa nur an wenigen Orten vor. Dazu gehören der Hyde-Park in London, der Prader in Wien und das Schlafzimmer meiner Tochter. Dort lebt Chippy und wie alle Nagetiere hat er messerscharfe Schneidezähne, mit denen er Tischbeine anknabbert, Löcher in Schränke beißt und Stromkabel malträtiert. Letzteres allerdings vermutlich nur einmal.

Außerdem lässt es auch gerne mal etwas fallen oder macht ein kleines Pfützchen. Deshalb sollte man ein Streifenhörnchen in einem eigens dafür geschaffenen Gehege halten. Aus hygienischen Gründen sollte dieses einmal pro Woche gesäubert werden. Lassen Sie mich aus der Gebrauchsanweisung für ein Streifenhörnchengehege made in china zitieren: "Wenn Sie reinigen die Stallung von dem kleinen Hörnchengetier, es Empfählung von uns ist, das Tier zu machen so lange in ein Zimmer, wo ist sauber leicht zu machen und keine Gegenstände enthält, die können sein beknabberlich."

 

Und weil bei uns außer den Fliesen im Bad so ziemlich alles „beknabberlich“ ist, stecken wir Chippy während der Säuberung seines Geheges in das Badezimmer.

Chippy ist ein Relikt aus den Tagen der frühen Pubertät meiner Tochter. Sie fährt jetzt einen Roller, der schneller ist als mein Auto, hat Rasterlocken und raucht komisches Zeug aus einer komischen Zigarette, irgendeine Miniwasserpfeife mit Stromanschluss, bei der ein Zug genügt, um im halben Haus die Rauchmelder in Alarm zu versetzen.

In ihrer Skala der Coolness rangiert nur noch Chippy unter mir. Seinen Stall auszumisten ist für meine Tochter ein spätpubertärer Anachronismus, etwa so als müsste sie einmal pro Woche ihrer Barbie die Windeln wechseln. Dennoch bestehe ich darauf, dass sie es tut.

Als sie fertig mit der Arbeit ist und wir Chippy aus dem Bad holen wollen, ist er verschwunden. Das Sondereinsatzkommando Streifenhörnchen legt los. Chippy bleibt verschwunden. Dann ein leises Wimmern, gefolgt von einem sachten Plätschern. Wir stürzen zur Schüssel. Tatsächlich, in der unappetitlichen Brühe, da wo die Klobürste nicht hinkommt, schwimmt Chippy. Ich bin kein Meister der Interpretation von Streifenhörnchenmimik, aber wenn Sie mich fragen, ging es ihm schlecht.

Details

Seiten
0
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783960876533
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (April)
Schlagworte
Lustig-e Kurz-geschichte-n Eltern-Probleme Vater Kind Pubertät Pubertierend Jugendlich-e

Autor

  • Markus Winzer (Autor:in)

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Titel: Der härteste Job der Welt