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König Fadh und ein perfekter Tag

von Thomas Kowa (Autor)

2020 0 Seiten

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Wir möchten dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Vorab möchten wir aber ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

 

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Dein booksnack-Team

booksnacks

Über dieses E-Book

Wenn zwei künstliche Intelligenzen und die Schweizer Aussprache sich gegen dich verbündet haben … Zwei humorvolle Kurzgeschichten von Thomas Kowa!

Impressum

booksnacks

Erstausgabe April 2020

Copyright © 2020 booksnacks, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 978-3-96817-164-7

Covergestaltung: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
unter Verwendung eines Motivs von
shutterstock.com: © Willyam Bradberry
Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

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König Fadh hinterlässt nur zwei Stutz

Vorwort

Diese Geschichte habe ich geschrieben, als ich 2007 in die Schweiz gezogen bin und mir die Doppeldeutigkeit vieler berndeutschen Begriffe im Hochdeutschen aufgefallen ist.

Es hat dann bis 2018 gedauert, bis diese Geschichte in der Anthologie Geschichten, Gedanken, Gedichte des Berner Schriftstellerverbands BSV erschienen ist, doch sie war und ist immer noch aktuell.

So sagt man in Bern niemals Fränkli zu einem Franken, den dazu ist den Einheimischen das Geld zu wichtig. Ja nicht mal die Währung der Nachbarn wird Euroli genannt, obwohl man sie nicht ganz so ernst nimmt. Stattdessen sagt man in Bern ›Stutz‹ zu einem Franken.

Ein ›Puff‹ ist kein Bordell, sondern ein ganz unschweizerisches Chaos und ›Huere‹ bedeutet nicht das, was man vermutet, sondern schlicht und ergreifend ›sehr‹.

Warum man Reisebusse in der Schweiz allerdings einen ›Car‹ nennt, hat mir noch nie jemand erklären können: aber wir sagen ja auch ›Public viewing‹ zu Fußballübertragungen in der breiten Öffentlichkeit, obwohl damit im englischen die öffentliche Zurschaustellung einer Leiche gemeint ist.

»Hesch mir ä Stutz?« Mit diesen Worten heißt mich mein persönliches Begrüßungskomitee in der Hauptstadt der Schweiz willkommen. Die Herren und Damen stehen direkt vor dem Bahnhof, und ihre Erscheinung mit zotteligen Haaren und ebenso zotteligen Zigaretten lässt nur zwei mögliche Schlüsse zu: Erstens, Jean-Paul Gaultier führt gerade seine neue Kollektion vor. Oder zweitens – und das erscheint mir angesichts des aufgelegten, respektive nicht aufgelegten Parfums wahrscheinlicher – es handelt sich hier um eine Personengruppe, die das Leben eines abgehalfterten Rockstars lebt, ohne jemals Rockstar, geschweige denn Rocksternchen, gewesen zu sein.

Leider bin ich bei der Beurteilung der Situation ausschließlich auf meine visuellen, olfaktorischen und taktilen Sinne angewiesen, da ich die an mich gerichtete Frage ›Hesch mir ä Stutz?‹ ganz einfach nicht verstehe. Doch wozu braucht man ein Gehirn, wenn man Wikipedia hat? Also nehme ich mein Mobiltelefon und schaue nach, was ein ›Stutz‹ ist. Kurz darauf weiß ich, dass es sich dabei um ein Modell des, unterdessen bankrotten, amerikanischen Autoherstellers ›Stutz Motor Car‹ handelt.

Die Firma war bekannt für ihre luxuriösen Autos. Selbst Elvis Presley fuhr einen Stutz. Und der war tatsächlich mal ein Rockstar.

Sucht mein Begrüßungskomitee etwa eine Mitfahrgelegenheit in einem Oldtimer namens ›Stutz‹ – obwohl ich, aus dem Bahnhof kommend, offensichtlich mit dem Zug angereist bin? Ich verstehe immer noch eben diesen Bahnhof und aktiviere meinen gesamten weltbürgerlichen Sprachschatz in der universellen Entgegnung auf nicht verstandene Fragen: »Hä?« Das versteht zumindest einer aus meinem Begrüßungskomitee, er wendet sich von mir ab, während er zu seinen Kollegen sagt: »Scho wider so nä Gummihals.«

Ich vermute, dass dies eher abwertend gemeint ist, und frage sicherheitshalber nicht nach. Vermutlich handelt es sich hierbei um ein Schimpfwort für alle stutzlosen Mitbürger und Nichtmitbürger, also alle außer Elvis Presley und Omar Bongo. Ja, letzterer hat laut Wikipedia auch einen Stutz gefahren.

Omar Bongo war immerhin König, und obwohl es ein toller Reim wäre, handelt es sich bei Omar Bongo nicht um den König von Kongo. Stattdessen war er König von Gabun und das ergibt nicht einmal einen Schüttelreim.

Dafür stammt Mr. Bongo aus Bongoville, doch das war ein billiger Trick, da er die Stadt einfach nach sich selbst benannt hat.

Mein Begrüßungskomitee erzählt irgendetwas von einer Reithalle, in die sie gehen wollen, und ich folge ihnen, denn wenn dort selbst Pferde in eigenen Hallen logieren, muss es sich um eine besonders edle Gegend handeln.

Details

Seiten
0
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783968171647
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v540817
Schlagworte
humor-voll-e-kurz-geschichte booksnack-s Thomas Kowa Mein Leben mit Anna von IKEA kurzgeschichte-n-lustig Schweiz Künstliche Intelligenz

Autor

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    Thomas Kowa (Autor)

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