Lade Inhalt...

Kämpfe oder stirb

von Dieter Aurass (Autor)

2020 0 Seiten

Leseprobe

Kurz vorab

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Wir möchten dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.

Vorab möchten wir aber ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:

  1. Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.
  2. Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).
  3. Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.
  4. Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.
  5. Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.
  6. Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.

Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?

 

Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir

Dein booksnack-Team

booksnacks

Über dieses E-Book

Nach einer durchzechten Nacht wie dieser bin ich froh, wenn ich am nächsten Morgen sicher im eigenen Bett aufwache. Dass ich mich auf dem sandigen Boden einer Arena wiederfinde, ist jedenfalls eher ungewöhnlich. Da haben sich die Kollegen aus dem SEK der Polizei sicher einen Spaß mit mir erlaubt, oder? Doch als mir eine körperlose Stimme die Regeln erklärt und ein fremder Typ und eine Waffe auftauchen, bin ich mir da plötzlich nicht mehr so sicher. Und das Schlimmste ist: Der Kampf endet erst mit dem Tod …

Impressum

booksnacks

Erstausgabe September 2020

Copyright © 2020 booksnacks, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 9783968172477

Covergestaltung: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
unter Verwendung eines Motivs von
shutterstock.com: © FXQuadro
Korrektorat: Daniela Pusch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Unser booksnacks-Verlagsprogramm findest du hier

Website

Folge uns, um immer als Erster informiert zu sein

Newsletter

Facebook

Twitter

Verdammt, was ist das für ein Sand zwischen meinen Zähnen? Und was soll dieser Krach? Mein Kopf dröhnt und schmerzt, als hätte ich zwei Tage durchgesoffen. So einen Kater hatte ich schon lange nicht mehr. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, aus welchem Anlass ich so viel getrunken habe – und wo. Wo bin ich überhaupt?

Es fällt mir schwer, die Augen zu öffnen, sie sind wie verklebt. Als es mir endlich gelingt, muss ich sie sofort wieder zusammenkneifen, weil mir eine Helligkeit entgegenschlägt, wie man sie sonst wohl nur in der Wüste oder an einem sonnenbeschienenen Sandstrand erwarten würde. Das würde zumindest den Sand zwischen meinen Zähnen erklären.

Das Erste, was mir in den Sinn kommt, ist ein Scherz meiner Kollegen. Okay, in einer Sondereinheit der Polizei herrschen raue Sitten. Da kommt es schon mal vor, dass man nach einer Fete und zu viel Alkohol mit einer neuen Tätowierung auf dem Hintern aufwacht, ohne zu wissen, wie sie da hingekommen ist. Aber dass man mich an einem Sandstrand in der Karibik abgelegt hat, erscheint mir doch eher unwahrscheinlich.

Der wahnsinnige Lärm trägt nicht dazu bei, dass ich mich auf irgendetwas konzentrieren kann. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich liege bei einem Heimspiel von Schalke mitten auf dem Platz und die Mannschaft hat gerade den Führungstreffer erzielt. Nur, dass Schalke meines Wissens auf Rasen und nicht auf Sand spielt.

Langsam kehrt auch wieder Gefühl in meine Hände zurück und als ich sie bewege, spüre ich den grobkörnigen Sand zwischen den Fingern. Zu meiner steigenden Verwirrung bemerke ich, dass ich mit nacktem Oberkörper auf diesem Sand liege.

Es führt kein Weg daran vorbei, ich werde wohl oder übel die Augen aufmachen müssen, um mich zu orientieren. Zuallererst fallen mir die groben Sandkörner direkt vor meinen Augen auf, als ich sie zunächst langsam und nur einen Spalt weit aufmache. Als ich den Kopf langsam zur Seite drehe, erblicke ich eine Umrandung, die mich an eine Stierkampfarena erinnert. Ich drehe weiter und sehe oberhalb der Umrandung die typischen Ränge, wie man sie in einer solchen Arena erwartet – voll mit Menschen, die ich als die Verursacher des infernalischen Lärms ausmachen kann. Eine wogende Masse, die jedoch so weit entfernt ist, dass ich weder Einzelheiten noch Gesichter ausmachen kann.

Mit einem Ruck setze ich mich auf und drehe den Kopf. Wohin ich auch schaue – ich sehe nur eine kreisrunde Arena und eine Menschenansammlung, wie ich sie noch in keinem Fußballstadion erlebt habe. Der ohrenbetäubende Lärm verursacht mir Kopfschmerzen – oder ist das der Kater?

Ich war noch nie gut darin, die Anzahl von Personen in einer großen Menschenmenge abzuschätzen, aber mein Rundblick erweckt in mir den Eindruck, dass es deutlich mehr als zehntausend Menschen sein müssen. Sie johlen, kreischen, jubeln und schreien, ohne dass ich in der Lage bin, irgendetwas zu verstehen.

Plötzlich erklingt über unsichtbare Lautsprecher ein Dreiklang-Gong wie von einer überdimensionierten Türklingel und das Gejohle der Menge verstummt schlagartig. Die einkehrende Stille ist fast schmerzhaft.

Ich rapple mich mühsam auf und muss zu meinem Erstaunen feststellen, dass ich bis auf eine enganliegende, dünne Shorts ansonsten völlig nackt bin. Keine Schuhe oder Socken, erst recht keine Hose oder Hemd. Wohin haben die Schweinehunde mich gebracht? Das würden sie mir büßen, das war sicher.

»Ladys and Gentleman«, unterbrach eine dröhnende Stimme meine Gedanken. »Herzlich willkommen zu den heutigen Wettkämpfen. Das Konsortium kann Ihnen versichern, dass es wiederum für abwechslungsreiche Kämpfe mit den verschiedensten Kämpfern gesorgt hat, und sie mit absoluter Sicherheit auf Ihre Kosten kommen werden.«

Was für ein Konsortium? Was für Kämpfe? Die Lautsprecherstimme fährt ungerührt fort und lässt mir keine Zeit zum Nachdenken.

»Wie immer bieten wir Ihnen vier Kämpfe und wie immer gelten die gleichen Regeln. Der Kämpfer, der sich zuerst äußert, bestimmt die Waffen. Ein Kämpfer, der sich dem Kampf entziehen will, wird durch sich steigernde Stromstöße in seinem Halsband zum Handeln gezwungen. Der Kampf endet erst mit dem Tod eines der Kontrahenten.«

Bei dem Wort »Tod« erklingt ein Aufschrei aus tausenden von Kehlen, der nicht anders als stürmische Begeisterung ausgelegt werden kann.

Was ist das für ein Blödsinn? Kämpfe bis zum Tod, der Erste der sich äußert, bestimmt die Waffen? Stromstöße in einem Halsband?

Meine Hand fährt unbewusst zum Hals und zuckt erschrocken zurück, als ich ein lose um den Hals liegendes lederartiges Band ertaste. Ich versuche, daran zu ziehen – erfolglos. Ich ertaste es weiter auf der Suche nach einer Schnalle oder einem Verschluss – erfolglos. Erstmals macht sich in mir ein wenig Besorgnis breit. Was ist das für ein abgefahrener Scherz, den meine Kollegen mir da spielen? Wo genau bin ich?

Wo ist der Ausgang?

Ohne lange zu überlegen, schreie ich los: »Okay, ihr hattet euren Spaß. Jetzt ist es genug und ihr könnt den Scheiß beenden. Ich finde es nicht mehr witzig!«

Um mich herum brandet Gelächter aus vielen Kehlen auf. Zu viele, als dass es sich um meine Kollegen handeln könnte. Wenn ich es mir genau überlege, dann frage ich mich, wie meine kleine Truppe überhaupt so etwas zustande gebracht haben soll. Wir sind ein ganz normales Sondereinsatzkommando mit insgesamt zwölf Mitgliedern. Nur Männer, keine Frauen. Wie sollten die elf anderen sowas gedeichselt haben?

»Ladys and Gentlemen«, ertönte erneut die Lautsprecherstimme, »es scheint so, als hätten wir einen neuen Mitspieler, der mit den Regeln nicht vollständig vertraut ist. Sehen Sie als Stammkunden es mir bitte nach, wenn ich unseren neuen Mitspieler noch kurz über das Reglement informiere.«

Details

Seiten
0
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783968172477
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v924730
Schlagworte
spann-ung-end-e Kurz-geschichte-n gladiator-en-kampf kampf-arena-kämpfe-n-r waffe-n video-spiel-e-n-r schuss-schießen-waffe streich-spaß-jux

Autor

  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.

    Dieter Aurass (Autor)

Zurück

Titel: Kämpfe oder stirb